Unterstützung von Flüchtlingen und Asylsuchenden

Immer mehr Kirchgemeinden und Pfarreien stellen Wohnraum zur Verfügung und organisieren zusätzliche Beratungs- und Begleitungsangebote für Flüchtlinge und Asylsuchende. Sie erfahren ab Januar 2016 bei Caritas Zürich Unterstützung durch die Fachfrau Priska Alldis.
Unterstützung von Flüchtlingen und Asylsuchenden

Mohammad, seine Frau Beshar und ihre drei Töchter Hewa, Hevi und Helin sind in der Liegenschaft der Körperschaft an der Schienhutgasse in Zürich eingezogen. Foto: Aschi Rutz

Staatliche Strukturen können die Unterbringung von Flüchtlingen und Asylsuchenden sowie die Integrationsarbeit nicht alleine leisten. Kirchliche Solidaritätsnetze stellen hier eine nötige und sinnvolle Ergänzung dar. Die Angebote der Kirchgemeinden mit ihren Sozialdiensten und freiwilligen Helferinnen und Helfern werden immer dichter und vielfältiger. Erste Wohnungen konnten bereit- oder in Aussicht gestellt werden (siehe dazu Informationsblatt November 2015). In der Zwischenzeit haben sich verschiedene Projekte weiter konkretisiert. Ein paar Beispiele illustrieren die breite Angebots-Palette.

Gesucht sind vor allem Wohnräume
Die Kirchgemeinde Zürich Herz Jesu hat bereits Ende Oktober eine Wohnung im Pfarrhaus an eine syrische Familie, die KG Dietikon eine ihrer Wohnungen an syrische Frauen vermietet. In der Liegenschaft der Körperschaft an der Schienhutgasse in Zürich ist Anfang Dezember eine fünfköpfige Kurdenfamilie eingezogen. Just im Haus, wo früher die Weihbischöfe ihren Sitz hatten. Und die Gemeinde Bassersdorf kann ab Mai 2016 das alte Pfarrhaus der KG Kloten während der nächsten fünf bis zehn Jahre für ca. 12 Asylsuchende nutzen. In der KG Winterthur unterstützt der neu gegründete Verein VIWO (Vinzenz Wohnungen) Flüchtlinge bei der Wohnungssuche und hilft bei der Integration.

Am 1. Dezember 2015 ist Mohammad, seine Frau Beshar und ihre drei Töchter Hewa, Hevi und Helin im Alter zwischen drei und sieben Jahren an der Schienhutgasse eingezogen. Die Flüchtlingsfamilie stammt vom kurdischen Teil Syriens in der Nähe der türkischen Grenze. Sie flohen vor dem Krieg zunächst in den Irak, von dort weiter in die Türkei, bis sie vor knapp anderthalb Jahren in die Schweiz kamen. Betreut werden sie von freiwilligen Helfern der Kirchgemeinde Liebfrauen.

Mit dem Wohnen fängt die Integration an
Viele Kirchgemeinden bieten schon seit Jahren Deutschkurse, Begegnungsmöglichkeiten, Mittagstische und Begleitung an und haben ihre Aktivitäten mit Blick auf die aktuelle Situation stark ausgebaut.
So betreuen in allen sieben Pfarreien der KG Winterthur Sozialarbeiterinnen Flüchtlinge und asylsuchende Menschen, in der Pfarrei St. Josef, Töss (Café Lingua) und im Anhaltspunkt Neuhegi können Deutschkurse besucht werden. Auch die KG Küsnacht-Erlenbach und Egg bieten mit dem Café International respektive Flüchtlingscafé eine Begegnungsplattform mit Deutschkursen und Spielprogramme für Kinder an. Die Stadtzürcher KG Maria Lourdes stellt der Asylorganisation Zürich (AOZ) Räume für Kurse zur Verfügung und beschäftigt einige Asylbewerber in der pfarreieigenen Werkstatt. Die KG Opfikon-Glattbrugg organisiert zusammen mit dem örtlichen Asylzentrum und dem Sozialamt den Einsatz von Freiwilligen. Ein explizit ökumenisches Miteinander bei der Integrationsarbeit mit Flüchtlingen und Asylsuchenden pflegen die Kirchgemeinden Männedorf-Uetikon, Wetzikon und Zürich Enge.

Caritas-Fachstelle für Flüchtlingsarbeit besetzt

Am 4. Januar 2016 nimmt die Fachstelle, welche vom Synodalrat beschlossen und während zwei Jahren finanziert wird, ihre Arbeit auf. Ursula Britschgi, Bereichsleiterin Soziale Integration bei Caritas Zürich: «Knapp 120 Personen hatten sich für die 80%-Stelle beworben. Wir sind stolz, dass wir mit Frau Alldis eine ausgewiesene Fachfrau für die Fachstelle gewinnen konnten.» Priska Alldis arbeitete seit 2011 als Integrationsbeauftragte der Stadt Dietikon. Sie wird die bereits bestehenden, vielfältigen kirchlichen Hilfsprojekte im Kanton Zürich koordinieren und den Aufbau von neuen integrativen Angeboten für Flüchtlinge unterstützen. Dabei wird sie mit Mitarbeitenden von Pfarreien, mit Freiwilligen, Flüchtlingen und Behördenmitgliedern zusammenarbeiten.
p.alldis@caritas-zuerich.ch
Telefon direkt: 044 366 68 09

Zusammenarbeit und Partnerschaften
Viele Kirchgemeinden und Pfarreien organisieren ihre Angebote mit der reformierten Kirchgemeinde, mit politischen Gemeinden, regionalen Asylzentren und der Organisation ORS, die auf die Unterbringung und Betreuung von Asylbewerbern und Flüchtlingen spezialisiert ist und als Partnerin von Bund, Kantonen und Gemeinden auftritt. In der Stadt Zürich arbeiten die Kirchgemeinden oft Hand in Hand mit der Asylorganisation Zürich (AOZ), dem Verein Solinetz und der Stiftung Domicil zusammen.
Für innovative Pfarreiprojekte im Rahmen der Flüchtlingsarbeit stellt der Synodalrat jährlich 50‘000 Franken zur Verfügung.

zuletzt verändert: 06.01.2016 09:43