Tragfähige Beziehungen statt Angst aufbauen

November und die «Woche der Religionen» sind seit neun Jahren in der interreligiösen Agenda fett markiert. Rund 150 Veranstaltungen laden zu Begegnung und Dialog zwischen den Religionen und Kulturen ein.
Tragfähige Beziehungen statt Angst aufbauen

Interreligiöse Abschlussfeier zur Nacht der Religionen 2014 in Bern. Foto: Christoph Knoch

In der Schweiz leben unterschiedliche Religionen auf engem Raum zusammen – und doch weiss man oft nicht voneinander. Aus dem Anliegen, Raum für Begegnung zu schaffen und den Religionen einen Platz in der Öffentlichkeit zu geben, entstand vor bald 10 Jahren die interreligiöse «Woche der Religionen». In den Medien haben es solche Veranstaltungen schwer, wahrgenommen zu werden, selbst dann, wenn es um erfolgreiche grosse Anlässe geht. «Stärker als vor neun Jahren werden im Moment Religionen in ihren Extremen wahrgenommen. Das Thema Radikalisierung ist zunehmend präsent», analysiert Rifa’at Lenzin in einem Interview. Dieser Tendenz gibt die «Woche der Religionen» Gegensteuer, indem sie ein anderes Bild von gelebter Religiosität erlebbar macht.

Mit den Flüchtlingsströmen wird die religiöse Vielfalt eher zu- als abnehmen und sowohl Chancen wie auch Konflikte entwickeln. So hofft Rifa’at Lenzin als Präsidentin des interreligiösen Netzwerks IRAS COTIS, dass die in den letzten Jahren aufgebauten Beziehungen zum Tragen kommen, weil sie es erleichtern, miteinander im Dialog zu sein: «Das wirkt der Angst entgegen und gibt tragfähige Beziehungen für den Alltag.»

Nicht zu verwechseln ist die «Woche der Religionen» mit dem «Festival der Religionen». Letzteres ist ein Jubiläumsanlass des Zürcher Lehrhauses zu seinem 20-jährigen Bestehen. Die beiden Organisationen arbeiten eng zusammen. Und so führt die Woche der Religionen das Festival durch die Woche hindurch weiter.

www.iras-cotis.ch/woche-religionen/

zuletzt verändert: 02.11.2015 09:34