Tiefgründiges Gespräch mit Dorothea in Langnau

«Ganz nah und weit weg» heisst die moderne, szenische Lesung über Niklaus von Flüe und seine Frau Dorothea, die demnächst im turbine theater in Langnau gezeigt wird. Pfarrer Oskar Planzer freut sich, dass seine Pfarrei die örtliche Theatertruppe dazu anregen konnte.
Tiefgründiges Gespräch mit Dorothea in Langnau

Peter Niklaus Steiner, Regisseur, im Gespräch mit Pfarrer Oskar Planzer. Foto: Viviane Schwizer

Herr Planzer, wie kam es in Langnau dazu, dass die katholische Kirche sich für ein Theaterstück engagiert?

In unserer Pfarrei ist Niklaus von Flüe seit jeher ein Thema. Im Jubiläumsjahr wollten wir mit verschiedenen Veranstaltungen dazu anregen, sich mit unserem Nationalheiligen Bruder Klaus, aber auch mit seiner Frau Dorothea auseinander zu setzen. In der Gruppe "600 Jahre Bruder Klaus", die aus Mitgliedern des Pfarreirats, der Liturgiegruppe und mir als Pfarrer besteht, kam dann die Idee auf, anhand des Buches «Ganz nah und weit weg» von Klara Obermüller an die Geschehnisse damals in Sachseln zu erinnern. Das Hörspiel (hier zum Nachhören) entstand bereits im Jahr 1981. Unser Ziel war, das Hörspiel in einer modernen Fassung auf die Bühne zu bringen. Schauspielerin Annette Wunsch spielt und liest nun als Dorothee (siehe Foto).

Schauspielerin Anette Wunsch

War die Umsetzung denn so einfach?

Wir haben in unserem Dorf das turbine theater, dessen Schauspieler und Regisseur sofort begeistert war von unserer Idee: Peter Niklaus Steiner versprach, eine szenische Lesung zu erarbeiten. Dank einer grosszügigen anonymen Spende konnten wir die Eigenproduktion des turbine Theaters in die Wege leiten.

Worum geht es in dem Stück?

In einem fiktiven Interview kommt eine heutige Journalistin mit der historischen Dorothea von Flüe ins Gespräch. Diese erzählt von ihren Gedanken und Empfindungen, als ihr Ehemann sie kurz nach der Geburt des zehnten Kindes verlässt und als Einsiedler in den nahe Ranft zieht. Dass die Kinder und die Umwelt den Weggang des Ehemannes nicht verstehen, macht für sie das Loslassen nicht einfacher.
Zwischen den Interview-Szenen gibt es Repliken mit Darstellungen aus dem Leben der von Flües. Niklaus von Flüe tritt nicht selber als Figur auf, hingegen kommen Sohn, Tochter, Nachbarn, der Pfarrer von Sachseln und weitere historische Figuren zu Wort. Gezeigt werden zudem Projektionen von Holzschnitten von Robert Wyss. Auch Einspielungen aus J.S. Bachs Choral «Ich will den Kreuzstab gerne tragen», bearbeitet von den Musikern David Hohl und Moritz Widrig, tragen zur Vertiefung des Stücks bei.
Schauspielerin Annette Wunsch spielt und liest als Dorothee.

Schauspielerin Felicitas HeyerickFelicitas Heyerick (Bild links) ist die Interviewerin und Interpretin weiterer Figuren. Peter Niklaus Steiner tritt als Chronist auf und schlüpft in weitere Figuren.

Welche Kernaussage hat das Stück für Sie persönlich?

Manchmal gilt es, Vertrautes loszulassen und einen neuen Weg einzuschlagen, was zu einem Gewinn werden kann. Bruder Klaus konnte loslassen und sich dank einer starken Gottesbeziehung und seiner Frau Dorothea neu ausrichten. Für mich sind sowohl Niklaus wie Dorothea von Flüe "heilig-mässige" Menschen, die ihrer Berufung gerecht werden.

«Ganz nah und weit weg»

Szenische Lesung im Rahmen des Gedenkjahres 600 Jahre Niklaus von Flüe im turbine theater in Langnau a. A. 
Samstag, 18.11.17, 20 Uhr (Premiere)
Weitere Termine:

  • Donnerstag, 23.11.17, 20 Uhr
  • Freitag, 24.11.17, 20 Uhr
  • Samstag, 25.11.17, 20 Uhr
  • Sonntag, 26.11.17, 17 Uhr

www.turbinetheater.com

Text: Viviane Schwizer

zuletzt verändert: 13.11.2017 17:11