Tagung zum Flüchtlingstag am Wochenende

Zum Internationalen Flüchtlingstag (20. Juni) hatten neben der Paulus-Akademie verschiedene Institutionen sowie die reformierte und syrisch-orthodoxe Kirche zu einer Tagung eingeladen.
Tagung zum Flüchtlingstag am Wochenende

Generalvikar Josef Annen mit Erzbischof Dionysios Isa Gürbüz Foto: Eva Lipp-Zimmermann

Unter dem Titel "Die Flüchtlingskatastrophe in Syrien und Irak - und die Schweiz? Hintergründe, Hilfe, Herausforderungen" debattierten Fachpersonen und Interessierte einen Tag im lang im Zentrum Karl der Grosse in Zürich.

 

Generalvikar Annen begrüsste die Tagungsteilnehmenden mit Worten zum Thema:

"Lieber Bischof Dionysios
Für die Menschen auf der Flucht engagierte Schwestern und Brüder

Ich muss gestehen: Es fällt mir schwer, ein Grusswort zum Internationalen Flüchtlingstag zu sprechen.
Jedes Wort kommt mir deplatziert vor; fehl am Platz angesichts der endlosen Flüchtlingsströme, die an den Grenzen Europas stranden, und der Frage: Was tust denn Du? Wo setzest Du Dich ein?

Selbstverständlich weise ich, wo immer ich kann, auf das Elend der Flüchtlinge hin. In meinem Pfingstbrief an alle katholischen Seelsorger und Seelsorgerinnen im Kanton Zürich und Glarus habe ich das Thema Flucht an die erste Stelle gestellt und geschrieben:
Die Situation der Flüchtlinge darf uns nicht in Ruhe lassen …

Selbstverständlich bin ich betroffen und leide mit. Ich weiss auch, dass Mitleiden, Compassion, Solidarität weckt.

Selbstverständlich befürworte und unterstütze ich jede finanzielle Hilfe unserer Kirche und Hilfswerke wie Caritas Schweiz zugunsten der Menschen auf der Flucht in Syrien, im Irak, in Eriträa und anderswo.

Selbstverständlich unterstütze ich bei politischen Abstimmungen und Aktionen alle Kräfte, denen die Flüchtlingsproblematik nicht gleichgültig ist; die Verantwortung in Kirchen, Religionsgemeinschaften, in Politik und Gesellschaft übernehmen.

Auch tragen wir in unseren Gebeten und Gottesdiensten die Not der Menschen vor Gott.
Aber das alles kommt mir vor wie ein Tropfen auf den heissen Stein.

Was mich ermutigt ist die Aussage eines Jesuitenpaters, der sich sein Leben lang für die Menschen auf der Flucht eingesetzt hat. Er hat zu Beginn dieses Jahres in Zürich gesagt:
All meine Lebenskraft habe ich bis heute für Menschen auf der  Flucht eingesetzt. Vieles, was ich aufgebaut habe, ist schon wieder zerstört, Schulen und Bildungseinrichtungen,  sind - kaum errichtet - bereits wieder abgebrannt.
Aber was mich hält, ist das Schicksal des Einzelnen: Ich sehe seine abgelaufenen Schuhe, seine wunden Füsse, blicke in seine Augen und weiss: Da gehöre ich hin. Das ist dein Bruder, das ist deine Schwester. Diesem konkreten Menschen will und kann ich beistehen. Die unermessliche weltweite Not bringt mich an Grenzen. So tue ich, was ich mit meiner kleinen begrenzten Kraft tun kann.

Liebe Anwesende, ich überbringe Ihnen die Grüsse der katholischen Kirche und wünsche uns allen den Mut und die Kraft alles zu tun, was in unserer Kraft liegt."

Zur Tagung zum Flüchtlingstag ist ein Bericht bei kath.ch erschienen.

 

Fotos: Eva Lipp-Zimmermann

zuletzt verändert: 22.06.2015 16:14