Synode bewilligt 200‘000 Franken für Nordirak

Communiqué zur Sitzung der Synode vom 4. Dezember 2014
Synode bewilligt 200‘000 Franken für Nordirak

Foto: Jesuitenmission Homepage www.jesuiten-weltweit.ch

Nachdem die Katholische Kirche im Kanton Zürich bereits 2013 insgesamt 230‘000 Franken an Nothilfe für Syrien gesprochen hat, bewilligt die Synode an ihrer Sitzung von heute ohne Gegenstimme weitere 200‘000 Soforthilfe für den Irak. Das verabschiedete Budget für das Jahr 2015 rechnet mit einem Aufwandüberschuss von 3,7 Mio. Franken.

Die Situation in Syrien und Irak hat sich mit den kriegerischen Handlungen des Islamischen Staats IS verschlechtert und grosse Flüchtlingswellen ausgelöst. Gemäss UNO-Angaben wurden 2014 insgesamt 1,8 Mio. Menschen im Irak von ihrem Wohnort vertrieben. Knapp die Hälfte davon suchte Zuflucht im Norden des Iraks, der unter kurdischer Kontrolle steht. Alleine 120‘000 sind in die Stadt Erbil geflüchtet. Diese Gegend ist weniger im Fokus der Medien, ihr steht ein harter Winter bevor, und den Menschen fehlt es am Notwenigsten. Wie bisher geht der beschlossene Betrag durch die Synode an den vor Ort tätigen Flüchtlingsdienst Jesuit Refugee Service JRS, der mit diesen 200‘000 Franken über das Projekt „Erbil Irak“ rund 1‘500 Familien direkt mit Nothilfe unterstützt und eine Schule aufbaut. Diese Hilfe kommt allen Menschen zugute, egal welcher Religion sie angehören. Eine Motion wollte ebenfalls einen Betrag für die Krisenregion Irak/Syrien in derselben Höhe sprechen und allfällige Rechnungsüberschüsse der Jahre 2014 bis 2017 anerkannten Hilfswerken für Auslandprojekte zukommen lassen. Dieser Vorstoss wurde von der Synode nicht überwiesen.

Der vom Synodalrat vorgelegte und von der Synode ohne Veränderungen verabschiedete Voranschlag 2015 rechnet bei einem Aufwand von 60,4 Mio. Franken und einem Ertrag von 56,7 Mio. Franken mit einem Aufwandüberschuss von 3,7 Mio. Franken. Hauptgründe dafür sind weniger Steuereinnahmen der Kirchgemeinden aufgrund eines tieferen Beitragssatzes (ca. -1.3 Mio.), Investitionen und Honorare in EDV/IT (ca. +1,1 Mio.), Baubeiträge an Kirchgemeinden und Beiträge an Dritte (+1,5 Mio.) und zusätzliche Personalkosten bei der Verwaltung für die Bereiche Zentrale Dienste, Kommunikation, IT und Personal. Dieser personelle Ausbau gab in der Synode zu reden und mündete in ein Postulat. Dieses wurde mit 74 zu 14 Stimmen gegen den Willen der Exekutive überwiesen und verlangt vom Synodalrat eine Bedarfsanalyse. Im Bereich der EDV/IT schlagen neben dem Ersatz von Hardware ein Social Intranet mit Geschäftskontrolle und ein Personalinformationssystem zu Buche.

Die Synode beschloss zudem eine kleine Teilrevision der Kirchenordnung aus dem Jahre 2009. Diese regelt, dass die Finanzkontrolle des Kantons Zürich die Zentralkasse (wie bisher) prüft und sowohl Synodalrat als auch Synode schriftlich Bericht erstattet. Gibt die Finanzkontrolle diese Aufgabe ab, wählt die Legislative eine andere Revisionsstelle.

Schliesslich bestätigten die Synodalen Gerold Betschart, Alt-Bundesrichter und Mitglied der Rekurskommission, als Mitglied der Diözesanen Schlichtungsstelle für die Amtsdauer 2015-2018. Er wird in dieser Funktion zusammen mit Beryl Niedermann (Ersatzmitglied) die Körperschaft vertreten.

zuletzt verändert: 04.12.2014 16:50