Päpstliche Schweizergarde besucht Generalvikar

Zu einem kleinen "Gipfelitreffen" mit vatikanischer Stippvisite kam es vergangene Woche im Generalvikariat: Der Kommandant der päpstlichen Schweizergarde, Christoph Graf, und der neue Gardekaplan, Thomas Widmer, nutzen einen Unterbruch zwischen zwei Terminen für einen kurzen Besuch bei Generalvikar Josef Annen.
Päpstliche Schweizergarde besucht Generalvikar

v.l.n.r Gardekommandant Christoph Graf, Bernhard Messmer (Informations- und Rekrutierungsstelle Schweiz), Generalvikar Josef Annen, Gardekaplan Thomas Widmer

Mit einem der Tageszeit entsprechenden römischen Cappuccino konnte im „Zürcher Vatikan“ nicht aufgewartet werden, ein Kaffee crème begleitete den angeregten Gedankenaustausch in der Pause jedoch ganz passabel.

Heimspiel für den Gardekaplan

Für den 31-jährigen Priester Thomas Widmer war es sozusagen ein Heimspiel, stammt er doch aus Bonstetten und hat die freie katholische Schule Zürich absolviert. Nach seinem Theologiestudium in Rom sammelte er seine ersten seelsorgerlichen Erfahrungen in der Pfarrei Maria-Lourdes in Seebach. Papst Franziskus hat ihn auf anfangs Jahr zum neuen Kaplan der Schweizergarde ernannt. Die Aufgabe als Seelsorger für die 110 Gardisten fordert vollen Einsatz und hohe Präsenz, denn in den traditionellen Uniformen stecken junge Schweizer, die mit beiden Beinen im Leben stehen.

Bernhard Messmer ist Verantwortlicher der Informations- und Rekrutierungsstelle der Schweizergarde und organisiert die Rekrutierungsgespräche, die jeweils in Zürich stattfinden. Mit den Kandidaten ist er zufrieden: “Seit gut drei Jahren erreichen wir konstant den Sollbestand von 110 Gardisten. Dreimal im Jahr, im Februar, Juni und November führen wir eine Rekrutenschule mit je 12 neuen Gardisten.“ So unterschiedlich die Motive für einen Einsatz in der Schweizergarde unterschiedlich sind, so breit ist der Hintergrund der Herkunft: „Die Spanne reicht vom 20-jährigen Handwerker bis zum gestandenen Juristen“ erzählt Messmer.

Einzigartige Verbundenheit über Dienstzeit hinaus

Für zwei oder mehr Jahre verpflichten sich die jungen Männer zum Dienst in der Garde und sorgen für einen geordneten und sicheren Ablauf des päpstlichen Alltags. Gerade das Heilige Jahr stellt erhöhte Anforderungen an die gefragten Dienste der Garde. Dass neben dem Einsatz für Sicherheit eine gewisse Abenteuerlust und ein internationales Umfeld auch die Kameradschaft eine grosse Rolle spielt, zeigt die Verbundenheit weit über die Dienstzeit hinaus. Die Vereinigung ehemaliger Gardisten organisiert nicht nur regelmässig Anlässe für Ehemalige, sondern setzt sich auch aktiv für das Anwerben neuer Gardisten ein. Und im Heiligen Jahr leisten etliche ehemalige Gardisten für 2 bis 4 Wochen freiwilligen Einsatz in der Betreuung der Mensa. „Kaum war die Anfrage mit der Suche ausgeschrieben, war sie ausgebucht. Das zeigt die Verbundenheit und den Geist, der die Schweizergarde prägt und einzigartig macht“ freut sich Bernhard Messmer.

zuletzt verändert: 17.02.2016 07:00