Stadtheilige Felix und Regula auf 178 bemalten Glasfenstern

Im Quartier Hard der Stadt Zürich ist in der Kirche St. Felix und Regula eine weitgehend unbekannte Glaskunst verborgen. Die 178 Glasmalereien von Ferdinand Gehr (1896-1996) gehören – zusammen mit den weltbekannten Chagall- und Polke-Fenstern im Fraumünster und Grossmünster – zum Schatz sakraler Kunst, die Zürich zu bieten hat. Interessierte treffen sich am 13. September in der Kirche der Stadtheiligen.
Stadtheilige Felix und Regula auf 178 bemalten Glasfenstern

Ausschnitt aus einem der 14 Fenstergruppen von Ferdinand Gehr: Die fünf klugen und die fünf törichten Jungfrauen. Foto: Nick Brändli

Zwischen 1953 und 1955 veredelte der bekannte und umstrittene Ostschweizer Künstler Ferdinand Gehr den Kranz mit 178 Fenstern unter dem Kirchendach mit farbenfrohen biblischen Motiven und Geschichten. Es sind Darstellungen von der Seligpreisung Jesu im Matthäus-Evangelium Kap. 5, 3-10. Zu jeder der insgesamt acht Seligpreisungen zeigt Gehr einen Heiligen oder eine Heilige, welche diese Seligkeiten in ihrem Leben exemplarisch verwirklicht haben.

Sein Werk deutete der Künstler damals unter anderem so: «Diese Art der Darstellung möchte sich an das ganze Kirchenvolk wenden, daher die konsequente Verbindung mit den Texten der Bibel, sei es, dass der Einzelne sich von den dargestellten Symbolen beeindrucken lässt und andere mehr von der sinnlichen Freude, die von den Farben ausgeht. Beides kann zur geistigen und seelischen Einstimmung beitragen.»

Die Kirchgemeinde St. Felix und Regula lädt am 13. September die breite Öffentlichkeit in die Kirche ein, sich von den 178 Glasmalereien einstimmen zu lassen. Peter Killer, bekannter Gehr-Kenner und ehemaliger Leiter des Kunstmuseums Olten, wird Interessierten die religiöse Bedeutung der 14 Fenstergruppen und die sakrale Botschaft des Künstlers erklären und näherbringen.

Dienstag, 13. September 2016, 19.30 Uhr
Kirche der Stadtheiligen, St. Felix und Regula
Nähe Hardplatz, Zürich, mit anschliessendem Apéro im Café Felix und Regula

 www.felixundregula.ch

 Artikel von Helene Arnet im Tages-Anzeiger

zuletzt verändert: 12.09.2016 08:47