Spirituelles zum Bettag - am Flughafen und in Einsiedeln

Am Flughafen gibt es einen feierlichen Gottesdienst am Bettag zur Eröffnung des neuen Seelsorgezentrums. Im Kloster Einsiedeln tauschen sich auf ökumenischer Ebene Abt Urban Federer und Grossmünsterpfarrer Christoph Sigrist über das zentrale Thema der Maria aus.
Spirituelles zum Bettag - am Flughafen und in Einsiedeln

Das neue Seelsorgezentrum ist zentral nahe an der Besucherterrasse des Flughafens gelegen. Foto: zvg

Stabswechsel und neue Räume in der Flughafenkirche

Seinen offiziellen Abschied feiert der langjährige Flughafenpfarrer Walter Meier an einem Gottesdienst am Bettag, kommenden Sonntag (18. September, 11.30 Uhr). Dies ist eine gute Gelegenheit, das neue Seelsorgezentrum am Aufgang zu Besucherterrasse in Augenschein zu nehmen. Die katholische Flughafenseelsorgerin Andrea Thali dazu: „Wir sind froh, mehr Platz zu haben. Der Flughafen hat uns grossartig unterstützt. Der Andachtsraum hat eine sehr schöne Symbolik von Flugzeugspuren am Himmel, die sich an gewissen Punkten wieder treffen.“ Diese Symbolik zeigen die hellen Holzvertäfelungen, die indirekt beleuchtet sind, und den Raum mit der zart blauen Decke prägen.Den Abschieds-Gottesdienst für Walter Meier, der gut 20 Jahre als Flughafenseelsorger tätig war, gestaltet das Team der Flughafenkirche. Dann wird auch Meiers Nachfolger Stephan Pfenninger eingeführt. Pfenninger war bisher Pfarrer in Bülach. 

Zwingli pilgert zur Madonna von Einsiedeln

Im Jahr 1516 trat Huldrich Zwingli die Stelle des „Leutepriester“, des Pfarrers fürs Volk, in Einsiedeln an. Er empfing damals auch die Zürcher Wallfahrer nach ihrem jährlichen Pilgerweg zur Schwarzen Madonna von Einsiedeln. 500 Jahre später, am 18. September 2016, dem eidgenössischen Bettag, predigt mit Christoph Sigrist erstmals wieder seit der Reformation ein Pfarrer des Grossmünsters in der Klosterkirche. Sigrist nimmt damit die Gegeneinladung des Abtes Urban Federer an, welcher seinerseits letzten Januar die Kanzel des Grossmünsters bestiegen hatte.

An diesem ökumenischen Gipfeltreffen sprechen Zwingli-Kenner und Reformations-Botschafter Sigrist und der Abt in ihrer dialogischen Meditation nicht über irgendein Thema, sondern ausgerechnet über einen zentralen Streitpunkt zwischen den Kirchen, über Maria. Wobei sich der heutige Grossmünsterpfarrer durchaus auf den Zürcher Reformator berufen kann, hat doch eine der vier überlieferten Predigten des glühenden Marien-Verehrers Zwingli ebenfalls die Mutter Jesu zum Thema. Man darf gespannt sein, wie sich der Zwingli-Pfarrer und der Benediktinerabt unter dem Schutzmantel der Madonna zum ökumenischen Friedensgruss finden.

Die Schwarze Madonna von Einsiedeln. Foto: Kloster Einsiedeln

Die ökumenische Meditation zu Maria von Pfarrer Christoph Sigrist und Abt Urban Federer findet um 18.30 Uhr in der Klosterkirche Einsiedeln statt. Musikalische Umrahmung durch die Vokalsolisten der Corale Pisana unter Leitung von Gianpaolo Mazzoli, begleitet von Pater Lukas Helg an der Orgel.

Der Anlass ist öffentlich.

Auch am Hauptgottesdienst des Bettags morgens um 9.30 Uhr wird Pfr. Sigrist in der Klosterkirche die Predigt halten, dann zum Thema „Gott oder Mammon“.

zuletzt verändert: 16.09.2016 14:54