250‘000 Franken für den Soforthilfefonds

Eine klare Mehrheit der Synodalen bewilligte eine Viertelmillion Franken für den Soforthilfefonds für Opfer fürsorgerischer Zwangsmassnahmen. Für die Sanierung des Lassalle-Hauses sprachen sie einen Beitrag von 100‘000 Franken.
250‘000 Franken für den Soforthilfefonds

Vereidigung von Anne-Catherine de Loë, Dietlikon, als neue Synodale mit Ratsweibel Peter Sturzenegger. Foto: Aschi Rutz

Der Präsident der vorberatenden Sachkommission Bildung Medien Soziales, Pfarrer Bruno Rüttimann, appellierte eindringlich an die Synodalen, als katholische Kirche mit dem freiwilligen Beitrag in den Soforthilfefonds ein klares Zeichen zu setzen. Es gehe hier um Menschen, die diese Unterstützung unbedingt brauchen würden: ehemalige Verding- und Heimkinder, administrativ Versorgte, Zwangsadoptierte, Fahrende und andere. Synodalrätin Ruth Thalmann: «Obwohl nicht direkt angesprochen, will die Katholische Kirche im Kanton Zürich als Teil des Systems mit dieser Spende Verantwortung übernehmen.» Die Finanzkommission (FK) hatte den Antrag vor allem aufgrund des budgetierten Defizits für das Jahr 2016 zur Ablehnung empfohlen.

Die FK setzte sich hingegen bei der Umwidmung einer Liegenschaft vom Verwaltungs- ins Finanzvermögen durch. Der Synodalrat wollte die Liegenschaft im Baurecht an eine kirchennahe Stiftung abgeben, die auf dem Areal einen Neubau realisieren würde. Das Parlament folgte der FK, die sich vor allem aus strategischen und finanziellen Überlegungen gegen diese Umwidmung gewehrt hatte.

Einen schweren Stand hatte die Absicht des Synodalrats, die Dominikanerinnen des Klosters Ilanz bei der Realisierung eines Kleinkraftwerks finanziell zu unterstützen. Synodalrat Zeno Cavigelli wollte die Unterstützung des ökologisch sinnvollen Projekts auch als Dank für das mehr als 100jährige Wirken der Ilanzer Schwestern verstanden wissen. Mit 46 zu 41 Stimmen folgte die Synode schliesslich der FK, die den Antrag unter anderem aufgrund der gesunden finanziellen Situation des Klosters ablehnte.

Unterstützung für das Lasalle-Haus

Eine Mehrheit der Synodalen sprach sich schliesslich dafür aus, die Sanierung des Lassalle-Hauses in Bad Schönbrunn ZG mit 100‘000 Franken zu unterstützen. Dies vor allem als Ausdruck der Verbundenheit mit den Jesuiten und ihrem Zentrum für Spiritualität, Dialog und Verantwortung, stammen doch rund ein Drittel aller Gäste aus dem Kanton Zürich. Generalvikar Annen: «Die Jesuiten mit ihrem Lassalle-Haus sind eine Perle für die Zürcher Kirche. Dies ist ein bescheidener Dank an sie.»

Das Lasalle-Haus, erbaut vom Zürcher Architekten André Studer.

Das Lasalle-Haus            Foto: Wikipedia

Die Fragestunde nutzten zwei Synodalen für Nachfragen zum Baustopp im Kulturpark und zu einem Bistum Zürich. Synodalratspräsident Benno Schnüriger führte aus, dass die Klageschrift der Körperschaft gegen den Baustopp an der Pfingstweidstrasse in Zürich und die Klageantwort der W. Schmid & Co. AG dem zuständigen Handelsgericht vorliegen würden. Zentrale Aussage der Klageantwort sei, dass sich die W. Schmid & Co. AG beim Vertragsabschluss 2011 in einem Grundlagenirrtum befunden habe. Zur Frage, wie der Besorgnis der Urschweiz bei der Errichtung eines Bistums Zürich Rechnung getragen werden könne, verwies Benno Schnüriger auf die klare Haltung des Synodalrats: «Eine Herauslösung des Kantons Zürich aus dem Bistum Chur kann nicht vollzogen werden, ohne Zustimmung der übrigen Bistumskantone.»

 

zuletzt verändert: 15.04.2016 07:48
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