Seelsorgerat macht sich Sorgen

Das erste Plenum des Kantonalen Seelsorgerates nach der Sommerpause beinhaltete sowohl freudige wie auch problematische Themen und zeigte: Das Beratungsgremium des Generalvikars erfüllt eine wichtige Funktion.
Seelsorgerat macht sich Sorgen

Plenum Seelsorgerat. Foto: A. Landtwing

Mit Pfarrer Othmar Kleinstein vom Synodalrat und Felix Caduff aus der Synode konnten zwei neue Mitglieder begrüsst werden. Generalvikar Josef Annen verdankte die herzlichen Gratulationen zu seinem 70. Geburtstag und dankte für die gute Zusammenarbeit. „Der Seelsorgerat ist für mich als Generalvikar ein wichtiges Beratungsgremium, das die Situation der Katholischen Kirche im Kanton Zürich wahrnimmt und aufzeigt, wo wir gefordert sind.“ Für ihn sei der Seelsorgerat ein echtes Beratungsgremium und nicht ein Muss.

Verschiedene Kommissionen informierten über ihre vielfältigen Engagements. Auf besonders Interesse stiess der Kontakt mit der Flüchtlingshilfe, in dem ausgelotet wird, was im Kanton Zürich angesichts der aktuellen Flüchtlingskatastrophe sinnvoll getan werden kann. Die Kirche ist bereits jetzt in zahlreichen Missionen und Sprachgruppen sehr präsent, dies wird in der medialen Öffentlichkeit jedoch kaum wahrgenommen. So unterstützt die katholische Kirche im Kanton Zürich z.B. Seelsorger für die Eriträer und die Christen aus dem Irak.

Der Seelsorgerat wertschätzte die gemeinsame öffentliche Stellungnahme von Generalvikar und Synodalratspräsident zu der Diskussion um Bischof Huonders Äusserungen in Fulda. Wie weit Bischof Vitus Huonder von der Lebenswirklichkeit der Basis entfernt ist, zeigte sich in der ebenso engagierten wie sachlichen Diskussion. Etliche Mitglieder des Seelsorgerates berichteten von erschütternden Rückmeldungen aus den Pfarreien und Dienststellen. So wurde unter anderem gesagt: „Das Verhalten des Bischofs enttäuscht die Gläubigen zum wiederholten Mal. Mit seinen unbedachten Äusserungen verursacht er grossen Schaden für die Seelsorge und bis hinein in die kirchliche Bildungsarbeit.“ Dass der Bischof je länger je weniger imstande ist, seine Verantwortung als Hirte wahrzunehmen, ist für die Mitglieder des Seelsorgerates offensichtlich. Offen blieb an diesem Abend die Frage, ob kirchlich Verantwortliche in Nuntiatur oder im Vatikan den Ernst der Situation im Bistum Chur der Tragweite entsprechend einschätzen und die ihnen zukommende Verantwortung wahrnehmen. Eines zeigten die Voten aus allen Regionen des Generalvikariats deutlich auf: die grosse Mehrheit der Gläubigen in den Pfarreien lebt den Glauben an Jesus Christus anders und das Beispiel von Papst Franziskus bekräftigt sie, auf diesem Weg zu bleiben.

Das Hauptaugenmerk des Abends galt dem von Generalvikar Josef Annen geschriebenen Pfingstbrief. Die darin gegebenen Impulse wirken fort. Sie dienen dem Seelsorgerat, in einer Zeit des Wandels in der Kirche sich immer wieder neu zu fragen, wie das Miteinander im Hier und Heute christlich gelebt werden kann. Die Herausforderung für eine lebendige und solidarische Kirche nimmt der Seelsorgerat gerne an und versucht, diese mit zahlreichen Anlässen und Angeboten umzusetzen. Wie zum Beispiel die dritte Ausschreibung des Wettbewerbs zur Anerkennung von Freiwilligenarbeit.

zuletzt verändert: 02.09.2015 11:04
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