Seelsorge im Asylzentrum?

Der "Interreligiöse Runde Tisch" spricht sich dafür aus
Seelsorge im Asylzentrum?

Symbole aller Weltreligionen in einem Relief in der Bahnhofkirche Zürich. Foto: A. Krogmann

Der „Interreligiöse Runde Tisch im Kanton Zürich“ spricht sich dafür aus, dass im geplanten Zürcher Asylzentrum Seelsorge angeboten werden kann. Diese sei allerdings verstärkt interreligiös auszurichten. In einem Brief an den Direktor des Bundesamtes für Migration regt der Runde Tisch zudem an, im Asylzentrum einen interreligiösen „Raum der Stille“ einzurichten.

Der Interreligiöse Runde Tisch, dem die Leitungsverantwortlichen der verschiedenen Kirchen und Religionsgemeinschaften des Kantons Zürich angehören, ist überzeugt, dass die Beschleunigung der Asylverfahren, die mit der Schaffung von neuen Bundeszentren angestrebt wird, sowohl im gesamtgesellschaftlichen Interesse als auch im Interesse der Asylsuchenden ist. Der Runde Tisch befürwortet deshalb die Zielsetzung der neuen Verfahren.

In seinem Schreiben an das Bundesamt für Migration weist der Runde Tisch darauf hin, dass sich die seelsorgerliche Tätigkeit der Kirchen in den bisherigen Empfangs- und Verfahrenszentren sowie in den Transitzonen der Flughäfen Genf und Zürich bewährt hat. Die Seelsorge sei deshalb auch in den neuen Bundeszentren zu gewährleisten. Dies sei auch räumlich entsprechend einzuplanen. Im Raumprogramm sei zudem ein interreligiöser „Raum der Stille“ vorzusehen.

Wie stark ein solcher „Raum der Stille“ einem religiösen oder psychosozialen Bedürfnis der Asylsuchenden entspreche und auch dem Betrieb des ganzen Zentrums dienlich wäre, sei zwar nicht genau vorauszusagen. Im geplanten Zürcher Asylzentrum, das der Bund als Pilotprojekt für die weiteren Zentren versteht, könnten aber wertvolle Erfahrungen mit einem solchen Raum des Rückzugs gesammelt werden.

Aufgrund der unterschiedlichen, meist nichtchristlichen Religionszugehörigkeit der Asylsuchenden solle nach innovativen Wegen gesucht werden, wie die Seelsorge verstärkt interreligiös angeboten werden könne. Falls dies erwünscht sei, würden die Zürcher Kirchen und Religionsgemeinschaften bei der Entwicklung eines solchen Projektes gerne konstruktiv mitwirken. Wünschenswert wäre zudem, dass sich der Bund finanziell an den Seelsorgediensten beteilige.

Volltext des Briefes hier.

zuletzt verändert: 02.04.2013 09:01