Schweizerischer Weltgebetstag am 7. März

Die diesjährige Liturgie zum Weltgebetstag unter dem Motto «Ströme in der Wüste» haben Koptinnen, also ägyptische Christinnen, geschrieben.
Schweizerischer Weltgebetstag am 7. März

Frauen nach dem Sonntagsgottesdienst der Koptisch-orthodoxen Kirche der Heiligen Markus und Mauritius in Dietlikon. Foto: V. Schwizer

Viele Kirchgemeinden feiern den Weltgebetstag an einem speziellen Gottesdienst, teilweise gemeinsam mit der reformierten Kirchgemeinde am Ort. In diesem Jahr haben Koptinnen, also ägyptische Christinnen, die Liturgie für den Gottesdienst am ersten Freitag im März geschrieben. Die im Kanton Zürich lebenden Frauen der koptischen Kirche sind auch bei verschiedenen Gottesdiensten zum Weltgebetstag dabei.

Die Kopten machen im islamisch geprägten Ägypten mittlerweile nur noch rund 12 Prozent der Bevölkerung aus. Seit dem Umsturz auf dem Tahrir-Platz in Kairo vor drei Jahren im Bestreben nach mehr Demokratie und mehr Grundrechten für alle kam es immer wieder zu gewalttätigen Auseinandersetzungen. Und doch hoffen Koptinnen und Kopten gerade am Weltgebetstag, der in 170 Ländern gefeiert wird, auf eine bessere Zukunft.

Vertrauen auf die Kraft des Gebetes

Im Kanton Zürich leben rund 120 koptische Familien. Engagiert diskutierte eine Gruppe von Frauen kürzlich nach dem zweieinhalb stündigen Sonntagsgottesdienst der Koptisch-orthodoxen Kirche der Heiligen Markus und Mauritius in Dietlikon. Siham Müller, Marlene Sedhom, Martha Gayed und viele andere erwähnen: Erst Mitte Januar 2014 wurde die neue säkular gefärbte Verfassung in Ägypten mit grosser Mehrheit angenommen. Sie soll nun ratifiziert und umgesetzt werden, «damit die vorhandenen Ressourcen gerechter unter allen verteilt werden».
In der Liturgie zum Weltgebetstag bringen die Koptinnen ihre Heimat und den Lebensfluss Nil unter dem Motto "Ströme in der Wüste" zur Sprache. Die Wüste soll grünen, nicht nur am Rande des Nil, sondern überall in ihrem Heimatland. Die biblische Erzählung von der Samaritanerin am Brunnen soll diese Hoffnung bestärken. Dass die ganze Welt an den Feiern rund um den Erdball am 7. März die Träume und Visionen der Koptinnen im Gebet mittragen, stärkt die Zuversicht der Frauen auf eine gute und friedliche Zukunft in Ägypten. Mit der Kollekte am Weltgebetstag werden verschiedene Selbsthilfeprojekte in Ägypten unterstützt.

Viviane Schwizer

www.wgt.ch

zuletzt verändert: 28.02.2014 11:33