Sack und Asche – Müllwallfahrt am Aschermittwoch

„Barmherzigkeit“ ist eine Knacknuss und Kirche lebendig. Warum also nicht am Aschermittwoch eine Müll-Wallfahrt machen wie die Pfarrei Wädenswil?

Papst Franziskus hat im Jahr der Barmherzigkeit eine Wallfahrt zu einer Heiligen Pforte empfohlen. Bei der Frage, wozu denn das gut sein und wie so etwas ablaufen soll, hat Diakon Felix Zgraggen in der Pfarrei Wädenswil einen sehr praktischen Ansatz gewählt. Das Lied „Leichtes Gepäck“ von Silbermond hat ihn zur Frage inspiriert, was denn aus dem eigenen Rucksack des Lebens ausgemistet werden soll. Alles, was belastet, soll am Aschermittwoch auf die Wallfahrt nach Einsiedeln mitgenommen und dort abgelegt werden. So stand in der Pfarrkirche Wädenswil ein Behälter, dem alles übergeben werden durfte: Geschriebenes, Gedrucktes oder Gezeichnetes.

Verschiedene Zürcher Pfarreien und das Generalvikariat haben sich diese Initiative angeschlossen und symbolisch auch „Betriebsmüll“ oder Seelenabfall gesammelt. 

 

Ein Güselwagen sammelte am Aschermittwoch alles ein, machte dabei auch im Generalvikariat einen Halt und begleitete die Wallfahrt nach Einsiedeln. Nach dem Gottesdienst wurde der Seelengüsel (der als „Betriebs-Müll“ deklariert über Gemeinde- und Kantonsgrenzen transportiert werden darf) in Zürich dem reinigenden Feuer übergeben. Eine Journalistin von Radio Life Channel war den ganzen Tag mit unterwegs und berichtete darüber.

Aschermittwoch

Asche hat seit uralten Zeiten für die Menschen eine besondere Bedeutung: Einerseits erinnert uns Asche daran, dass alles vergänglich ist. Menschen, die einen Fehler bereuten und dies auch in der Öffentlichkeit zu erkennen geben wollten, streuten sich in alten Zeiten Asche auf den Kopf und zogen ein raues Gewand an. Und dann hatte die Asche eine rein praktische Bedeutung: Mit Fett zu Seife vermengt, diente sie als wirksames Mittel zum Reinigen.

Der Brauch, am Aschermittwoch Asche aufs Haupt zu streuen, hat sich bis heute in der Liturgie symbolstark erhalten. Am Aschermittwoch ist die Fasnacht zu Ende, wir schminken uns wieder ab. Es ist der Beginn der 40-tägigen Fastenzeit, mit der wir uns auf Ostern vorbereiten. Im Gottesdienst streut der Priester in Form eines Kreuzes ein wenig Asche auf den Kopf oder er zeichnet ein Aschekreuz auf die Stirn mit den Worten: „Bedenke, Mensch, dass du Staub bist und wieder zum Staub zurückkehren wirst“ oder: „Bekehrt euch und glaubt an das Evangelium“.

Die Asche, die in der Liturgie verwendet wird, stammt von den Palmzweigen des Vorjahres. In einem kurzen Video wird die Symbolik entschlüsselt.

https://youtu.be/KHZ4NdAVWn0

zuletzt verändert: 12.02.2016 12:26