„Raum der Stille“ für die Universitätsklinik Balgrist

Am Sonntag, den 5. März, wird mit einem Gottesdienst der neue „Raum der Stille“ in der Universitätsklinik Balgrist in Zürich eingeweiht. Die Spitalleitung hat diesen finanziert und ermöglicht.
„Raum der Stille“ für die Universitätsklinik Balgrist

Der neue Raum in der Universitätsklinik Balgrist. Foto: Carol Urfer

Der neue „Raum der Stille“ konnte im Rahmen eines Erweiterungsbaus realisiert werden. Der Wunsch nach so einem Raum kam vor allem von Seiten der Patienten, Patientinnen und ihren Angehörigen. Das ökumenische Spitalseelsorgeteam gab diesem Wunsch eine Stimme: „Der Balgrist braucht so einen Raum“, ist Rolf Decrauzat, katholischer Seelsorger, überzeugt. „Sehr gut gelungen ist, dass er so zentral liegt, gut erreichbar für ambulante und stationäre Patienten. Auch für gelähmte Menschen im Rollstuhl ist der Raum zugänglich. Dank der Nähe zum Lift können auch Angehörige zusammen mit einem Patienten im Bett den Raum gut aufsuchen.“ Zusätzlich zu den bekannten orthopädischen Behandlungen werden in der Universitätsklinik Balgrist Patientinnen und Patienten mit ausserordentlichem Schicksal behandelt: Querschnittlähmung, Amputation, Knochentumor, chronische Schmerzen und langwierige Infektionen. Diese Patientinnen und Patienten verbringen mehrere Wochen und Monate im Balgrist und sind zu einer Neuorientierung ihres Lebens gezwungen. Im Wissen um die theologisch-seelsorgerische Option für die Schwächsten wendet sich ihnen das Seelsorgeteam in der täglichen Arbeit besonders zu. Diesen Menschen und ihren Angehörigen soll auch der Raum der Stille bei ihrer vom Schicksal erzwungenen Orientierungssuche besonders dienen. Das sieht auch der Spitaldirektor Serge Altmann: „Menschen reagieren sehr unterschiedlich auf schicksalhafte Situationen. Der neue Raum ist eine Oase im Spital – das tut jedem hier gut.“

Schlichte Ausstrahlung dient der Ruhe

Der Raum sei bewusst schlicht gestaltet, so Decrauzat, da in der Stille und in der Einfachheit Kraft liegt. Im Fussboden ist ein Meditationsbild, das - einem Mandala ähnlich - vielfältig lesbar ist und zur Betrachtung aus verschiedenen Richtungen einlädt:

Mandala-RadEs ist dem Radbild von Bruder Klaus nachgestaltet. Vom Eingang aus blickt man auf die Gebetsmauer aus Tuffstein, inspiriert von der Jerusalemer Tempelmauer. Die Ablageflächen bieten Platz für elektrische Kerzen und Karten mit Kerzenmotiv. In die Mauerritzen können Karten mit persönlichen Anliegen, Bitten, Klagen, Fragen, Zeichen gesteckt werden. Neben dem Fenster auf der Schreibfläche liegt ein Anliegenbuch.

50 000 Franken hat die Einrichtung des Raums gekostet, gemeinsam mit einer Architektin und dem internen Bauleiter konnten die Spitalseelsorgenden ihre Ideen einbringen und viele auch umsetzen. „Die Kombination aus dem Radbild, der Mauer, in der auf Zetteln Wünsche und Gebete deponiert werden können sowie das ausliegende Anliegenbuch, gefällt mir sehr“, so Seelsorger Decrauzat. Ab jetzt soll dieser Raum  ein stiller Teil des Spitalalltags  werden – und so kranke Menschen, ihre Angehörigen und auch die Mitarbeitenden der Klinik unterstützen.

(Ökumenischer Gottesdienst, 5. März, 10.15 Uhr, Seminarraum B 61+62, anschliessend Einweihung und Apéro mit Ansprache von Klinikdirektor Serge Altmann)

Fotos: Carol Urfer

 

zuletzt verändert: 02.03.2017 11:14
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