Priorin Irene Gassmann von Synode doppelt getragen

Die Synode unterstützte die Priorin der Klostergemeinschaft Fahr, Irene Gassmann, gleich doppelt. So trägt das kirchliche Parlament das Pilgerprojekt Kirche mit* den Frauen symbolisch mit, zum andern sprach es 300‘000 Franken für die Sanierung des Klosters Fahr. Die Synodalen beschlossen zudem eine moderate Erhöhung der Abgaben der Kirchgemeinden in die Zentralkasse.
Priorin Irene Gassmann von Synode doppelt getragen

Frauen machen sich an der Synodensitzung im Züricher Rathaus für das Pilgerprojekt "Kirche mit*" stark: Elisabeth Schöniger mit Flöte, Edith Bucher mit Wort, Doris Ziegler als Pilgerin (von links). Foto: Aschi Rutz

Zu Beginn der Sitzung machten die beiden Synodalen Edith Bucher mit Worten und Elisabeth Schöniger mit Flöte den Rat auf das Pilgerprojekt Kirche mit* den Frauen aufmerksam. Das Projekt fordert mehr Gleichberechtigung in der katholischen Kirche. Seit Beginn der Reise ab St. Gallen haben sich 650 Frauen und Männer für mindestens eine Tagesetappe angeschlossen, für den Schlussabschnitt vor Rom haben sich bereits 400 Personen angemeldet. Priorin Gassmann wandert in diesen Tagen mit in der Gruppe auf der Pilgerroute nach Rom. Die Pilgergruppe hofft, dass sie am 2. Juli im Vatikan von Papst Franziskus empfangen wird.

Eine grosse Mehrheit der Synodalen beschloss zudem, die Sanierung des Klosters Fahr mit 300‘000 Franken mitzutragen. Die Körperschaft hatte bereits 2012 eine halbe Million Franken an die erste Etappe der Renovierung beigesteuert. Die Finanzkommission sprach von einer «nachhaltigen Investition» für ein Kloster, das «nicht nur geografisch, sondern auch via Kloster Einsiedeln seit Jahrhunderten eng mit Stadt und Kanton Zürich verbunden ist.»

Mit der Kenntnisnahme des vom Synodalrat vorgelegten Finanzplans für die Jahre 2017 bis 2019 befand die Synode mit 67 zu 18 Stimmen, den Beitragssatz der Kirchgemeinden an die Zentralkasse für die beiden nächsten Jahre moderat anzuheben. Konkret bedeutet dies für die 75 Kirchgemeinden, dass sie der Körperschaft für deren Aufwendungen zusammen jährlich rund 600‘000 Franken mehr überlassen als bisher. Aufgrund der rückläufigen Jahresteuerung stimmte das kirchliche Parlament auch dem Antrag des Synodalrats zu, dem Personal für 2017 keine Teuerung auszugleichen.

Die Synodalen genehmigten schliesslich die Rechnung 2015 der Zentralkasse einstimmig, ebenso die drei Jahresberichte von Personalombudsstelle, Rekurskommission und Synodalrat. Die Rechnung schliesst bei einem Aufwand von 59 Millionen Franken und einem Ertrag von 58 Millionen Franken mit einem Aufwandüberschuss von 1 Million Franken ab. Das sind 2,7 Millionen Franken besser als budgetiert. Das Eigenkapital beträgt damit Ende 2015 rund 41,6 Millionen Franken.

Die Fragestunde nutzten drei Synodale für Nachfragen zu eingehenden Gesuchen und Kriterien für Unterstützungsanträge beim Synodalrat sowie zur Geldbewirtschaftung der Körperschaft. Synodalratspräsident Benno Schnüriger führte aus, dass 2015 gegen 100 Gesuche eingehend geprüft und 20 davon mit insgesamt 150‘000 Franken berücksichtigt worden seien. Obwohl die Kriterien nicht schriftlich fixiert seien, stünden jeweils die Bedeutung, die finanzielle Situation, die Güte der Unterlagen und die Notlage der gesuchstellenden Institutionen im Vordergrund.
Synodalrat Daniel Otth, Ressortverantwortlicher für Finanzen und Liegenschaften parierte den Vorwurf, die heutige Geldbewirtschaftung sei nicht mehr zeitgemäss damit, dass es tatsächlich schwierig sei, sich im Umfeld von Negativzinsen zu bewegen. Daher: «Nichts machen ist nicht immer falsch.»

Pilotprojekt Kirche mit*

zuletzt verändert: 23.06.2016 17:04