Priesterweihe für zwei Quereinsteiger

Ein grosses Fest auch für die Kirche im Kanton Zürich: Am Samstag (15. November) spendet der Bischof in der Kathedrale Chur drei Männern das Sakrament der Priesterweihe: Felix Hunger (Dreifaltigkeitspfarrei Rüti-Dürnten-Bubikon), Matthias Renggli (Pfarrei Maria Lourdes, Seebach) und Audrius Micka (Pfarrei Hl. Maurizius St. Moritz).
Priesterweihe für zwei Quereinsteiger

Foto: Pfarreiforum

Die beiden in Zürich tätigen Seelsorger gingen einen eigenen Weg, der viele erstaunt: Sie waren wirtschaftlich betrachtet erfolgreich auf der Karriereleiter nach oben unterwegs und verliessen diese, um ihrer Berufung zum Priestertum zu folgen.

Felix Hunger: Vom Drogisten über den Product Manager zum Priester

In seinem Engagement als Ministrant, später als Pfarreirat und Firmbegleiter suchte Felix Hunger schon früh Antworten auf die grosse Frage, wie Jesus-Nachfolge heute aussehen kann. Nach seiner Lehre als Drogist und einem Abstecher zum Radio übernahm er bei einem Pharmamulti als Product Manager die Verantwortung für ein Millionenbudget. Die Frage seiner Berufung führte in mit 28 Jahren über den Studiengang Theologie schliesslich an die Uni Luzern und nach Rom. Felix Hunger ist sich bewusst, dass die Frage, warum er sich für das Priestersein entschieden hat auch nach der Weihe immer wieder aktuell bleibt, ja sogar Krisen mit einschliesst. Seine Sehnsucht nach Leben in Fülle motiviert ihn für die Nachfolge Jesu: „Als Priester möchte ich die Sakramente als Geschenk des Lebens und der Hoffnung den Menschen jeden Alters weitergeben, ihnen nahe sein und sie begleiten.“ Ihm ist bewusst, dass er die existenziellen Fragen nach dem Menschsein und der Berufung jeden Tag aufs Neue beantworten muss.

Matthias Renggli: Von der Katholischen Schule über den Spediteur zum Priester

Matthias Renggli erinnert sich gern an die Zeit in der Freien Katholischen Schule Wiedikon: „Das ist eine tolle Schule mit tollen Menschen. Ein Ort, wo Beziehungen und Freundschaften fürs Leben wachsen konnten.“ In seinem Beruf als Spediteur lag das weltweite Organisieren von Strassen-, Luft- und Seefracht in seiner Verantwortung. Bei einem dreitägigen Aufenthalt im Kloster fragte ein Franziskanerpater ihn sehr direkt: „Als Spediteur bewegst du Güter von A nach B. Gott braucht auch Spediteure. Sie bewegen die Seelen zu Gott hin. Hast du dir auch schon überlegt, Spediteur des Himmels zu werden?“. Dieser Funke brachte die Frage, was Gott von ihm will, wieder lichterloh zum Brennen. Nach einer Jugendwallfahrt reifte der Entschluss, Priester zu werden: „Wie ein roter Faden war auf meinem Lebensweg der Heilige Geist spürbar“, erinnert sich Renggli nachdenklich. „Ich fühle mich wie ein Segelschiff. Ich habe die Segel vor sieben Jahren gehisst und spüre den Rückenwind Gottes. Ich will Transparenz Gottes leben und Zeugnis geben.“

Primizfeiern der Neupriester

Ein altes Sprichwort sagt: „Für eine Primiz soll man sich ein paar Schuhsohlen durchlaufen.“ Die Weisheit, die in diesem Sprichwort steckt, besagt, dass die erste Heilige Messe und der anschliessende Primizsegen etwas so besonderes sind, dass sie es wert sind, weit dafür zu gehen. Da im Zeitalter der Mobilität Distanzen kein Thema mehr sind, hier die Daten und Orte der Primizfeiern, zu denen alle herzlich eingeladen sind:

Primiz Felix Hunger: Sonntag, 23.11.2014 um 10.15 Uhr, Dreifaltigkeitspfarrei Rüti-Dürnten-Bubikon und Sonntag, 15. Februar 2015, in der Pfarrei Herz-Jesu Winterthur

Primiz Matthias Renggli: Sonntag, 16. November 2014 um 10.00 Uhr in der Pfarrei Maria-Lourdes in Zürich-Seebach und Heimatprimiz am 30. November um 10.00 Uhr in St. Mauritius Bonstetten.

 

zuletzt verändert: 14.11.2014 10:22