Polnische Bischöfe holen Impulse aus Zürich

Die Migrantenseelsorge der Katholischen Kirche im Kanton Zürich ist für Bischof Krzysztof Zadarko ein Modell, das für die Kirche in Polen wichtige Impulse liefern kann.
Polnische Bischöfe holen Impulse aus Zürich

Migrantenseelsorge Zürich als Gast der polnischen Bischofskonferenz

Luis Capilla und Artur Czastkiewicz waren als die beiden bischöflich Beauftragten für die Migrantenseelsorge der Katholischen Kirche im Kanton Zürich an eine zweitägige Konferenz für polnische Migrantenseelsorger eingeladen. Ziel der Tagung war der Aufbau einer Professionalisierung des theologischen, kanonischen und pastoralen Umfelds der Migranten, das auch in Polen stetig zunimmt und vielfältiger wird.

Erfahrungen und Impulse aus Zürich

In Warschau konnten Luis Capilla und Artur Czastkiewicz Erfahrungen und Impulse für die polnische Kirche weitergeben sowie die Strukturen und Arbeitsweisen der Migrantenseelsorge vorstellen, wie sie im Gebiet des Generalvikariats Zürich-Glarus bestehen. Die Ausführungen stiessen auf grosses Interesse und führten zu einem angeregten Gedankenaustausch.

Eine der zentralen Botschaften von Luis Capilla lautete: „Die Migration ist eine Chance zur Gestaltung lebendiger Katholizität“. Damit ermutigte er die Verantwortlichen sowie die Seelsorger, offen und kreativ die Frage der Migration anzugehen.

Tagung Migrantenseelsorge Polen

Zürich als Inspiration und Modell für Polen

Bischof Zadarko weiss, wie es sich anfühlt, selber Migrant zu sein, war er doch zwei Jahre lang Seelsorger für die polnische Mission in Zürich. Nicht zuletzt auf dem Hintergrund dieser persönlichen Erfahrungen sieht er in der Migrantenseelsorge der Katholischen Kirche im Kanton Zürich ein Modell für die Organisation der pastoralen Arbeit in Polen. Vor allem hat ihn die langjährige Erfahrung der Zürcher überzeugt. Beeindruckt hat ihn die hohe Anzahl der Migranten, welche in Zürich mittlerweilen gut 30% der Katholiken ausmacht. Als Vorsitzender der polnischen Bischofskonferenz für Migration, Tourismus und Pilger äusserte er auch die Hoffnung, dass weitere Treffen der polnischen Priester folgen werden. Zusammenfassend wies er auch darauf hin, dass es weniger wichtig ist, über Seelsorge zu sprechen und nachzudenken, sondern in erster Linie die Menschen in allen Lebenssituationen seelsorgerlich begleitet werden müssen.

Am zweiten Tag waren Luis Capilla und Artur Czastkiewicz in die Zentrale der Caritas Polen eingeladen. Hier konnten sie ihr Wirkungsfeld noch einmal vorstellen. Im Mittelpunkt standen jedoch die Projekte der Flüchtlingshilfe der Caritas für Syrien sowie der Entwurf eines Handbuchs zur Tourismusseelsorge.

Artur Czastkiewicz und Luis Capilla

Zurückgekehrt nach Zürich, zieht Artur Czastiewicz (links auf dem Foto neben Luis Capilla) ein positives Fazit: „Ich freue mich, dass unsere Erfahrung der Migrantenseelsorge im Kanton Zürich für andere Länder wie Polen eine Inspiration und ein Modell für die Zukunft sein kann.“

Die polnische Bischofskonferenz berichtete in einem eigenen Beitrag über diese Tagung, aufgenommen wurde die Meldung auch im katholischen Presseportal Sonntag.

zuletzt verändert: 21.10.2016 09:01