«Papst, Du hast Macht und Verantwortung – nutze sie»

Das würde David Ringgenberg Papst Franziskus respektvoll zurufen, wenn er ihm gegenüberstehen würde. Das Losglück lässt Ringgenberg nach Rom reisen, nachdem er am Projekt «Sag’s dem Papst» mitgemacht hatte. Bereits heute debattieren rund 300 Jugendliche im Vatikan mit Franziskus an der Vorsynode, welche bis Ende dieser Woche dauert und als Vorbereitung für die Bischofssynode im Oktober dient.
«Papst, Du hast Macht und Verantwortung – nutze sie»

Der Gewinner der Romreise und der Leiter des Projekts Sag's dem Papst auf dem Dach der Jugendseelsorge Zürich: David Ringgenberg (links) und Adrian Marbacher. Foto: Aschi Rutz

David Ringgenberg, 21 Jahre jung, ist einer von über 300 Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die am Projekt «Sag’s dem Papst» der Jugendseelsorge Zürich mitgemacht haben. «Mein Jungwacht-Präses hat uns beim Höck auf die Aktion aufmerksam gemacht. Also schaute ich mir die fünf gestellten Fragen an und beantwortete sie kurz und ehrlich.»

Mit seinen Antworten passt er denn auch zu zwei der drei Jugendlichen, welche als Delegierte der Schweizerischen Bischofskonferenz nach Rom an die Vorsynode gereist sind. Der eine ist Agnostiker, der andere erklärtermassen Atheist. An einen Gott glaubt Scharleiter Ringgenberg nicht (Frage 1). «Ich habe dies offengelegt und bin damit nicht angeeckt. Die Unterstützung der JuBla durch die katholische Kirche schätze ich sehr. Ohne diese gäbe es unsere für alle Kinder offene Schar mit den Höcks und Lagern nicht.»

Ringgenberg wird mit seiner Freundin Caro wahrscheinlich über die Ostertage nach Rom verreisen. «Ich habe in der Pfarrei Gossau/ZH schon immer dazugehört, arbeite sehr gerne mit Kindern und Jugendlichen und würde mich gerne für einen weltumspannenden Frieden einsetzen», beantwortet er Frage 2. Er plädiere für einen globalen Ansatz, für das Angehen grosser Baustellen, die Details ergäben sich dann. Die Zusammenarbeit in der Jugendarbeit erlebt Ringgenberg in der Gemeinde sehr positiv. Die Unterstützung der Kirche sei toll, die Angebote entsprechend cool (Frage 3). Weniger cool findet Ringgenberg eine radikalisierte Missionierung, der die Offenheit abgehe.

Zu seinen Vorstellungen einer idealen Kirche zählt, junge Menschen frei denken zu lassen sowie Kinder und Jugendliche ernst zu nehmen. Da kommt ihm Franziskus in seiner Begrüssungsansprache heute Montag voll entgegen, wenn er meint: «Ich lade euch dazu ein, euch in dieser Woche offen und voller Freiheit auszudrücken. Es geht um euch und es ist wichtig, dass ihr offen redet. Ich versichere euch, dass wir euren Beitrag ernst nehmen.» David Ringgenberg zur Schlussfrage: «Ich habe grossen Respekt vor dem Papst. Sollte ich Franziskus in Rom tatsächlich begegnen, würde ich ihm zurufen: Du bist mächtig und hast grosse Verantwortung. Nutze sie!»

 

«Best-of»-Antworten auf die fünf Fragen

Frage 1: Wer ist Gott für dich?

  • Ein Stück meiner Seele. Man kann mit ihm über alles reden. Er ist immer in meinem Körper und hilft mir, mit schlechten Dingen umgehen.
  • Eine schöne Vorstellung, die in jeder Fantasie eigene Eigenschaften hat.

Frage 2: Wenn Du dich in deinem Leben für eine einzige Sache engagieren könntest, dann für welche?

  • Ich würde mich dafür engagieren, dass die katholische Kirche viel mehr macht für die Jugendlichen – am besten von Jugendlichen selber. Die Kirche in den Gemeinden sollte etwas frischer werden.
  • Ich würde etwas machen, das den Menschen ein Lächeln ins Gesicht macht.

Frage 3: Was ist cool an der Kirche? Was uncool?

  • Das Coolste ist das Kirchweihfest. Da darf ich immer die Gottesmutter tragen. Nicht so cool finde ich, dass so wenige Junge in die Kirche gehen.
  • Cool ist, dass es manchmal coole Musik gibt. Und die Hostie schmeckt mir auch. Uncool ist, dass es manchmal sehr lange geht und der Pfarrer nicht singen kann.

Frage 4: Wie sähe eine ideale Kirche für dich aus?

  • Die Kirche sollte wie ein Palast aussehen, sehr gross und pompös. Vor allem sollte sie hell sein, grosse Fenster und Bänke mit Kissen haben, so dass man sich wie zuhause fühlt, aber eben bei Gott zu Hause. (Jugendlicher hat mit Kirche das Kirchengebäude gemeint, wie einige in der Umfrage!)
  • Eine Gemeinschaft, die sich gegenseitig hilft aber ebenso miteinander Party machen kann.

Frage 5: Was würdest Du dem Papst sonst noch sagen wollen?

  • Bisch en Lässige, gib Acht uf Dich!
  • Waren Sie schon mal verliebt?
  • Wenn ich sehen würde, würde ich ihn umarmen und es einfach geniessen. Ich könnte nichts sagen, weil ich so Freude haben würde.

 

Mehr zur Bischofssynode im Oktober zum Thema «Die Jugend, der Glaube und die Berufungsunterscheidung» hier.

zuletzt verändert: 21.03.2018 11:40
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