Nothilfe für ein Kinderspital in Armeniens Hauptstadt

Die Katholische Kirche im Kanton Zürich unterstützt mit 15‘000 Franken das Kinderspital Arabkir in Erewan, der Hauptstadt Armeniens.
Nothilfe für ein Kinderspital in Armeniens Hauptstadt

Eingang des Patientenhauses des Kinderspitals Arabkir in Armeniens Hauptstadt Yerevan. Foto: zvg

Mit Hilfe der Nonprofit-Organisation Direct Aid Association (DAA) soll das zum Spital gehörende Patientenfamilienhaus erhalten bleiben. Hier finden mittellose Familien Unterkunft, die aus entlegenen Tälern zur medizinischen Behandlung in die Hauptstadt reisen müssen. Zum Patientenhaus gehören Verpflegungs- und Aufenthaltsmöglichkeiten für Mütter und Väter der kranken Kinder, eine Schule, ein Kindergarten, Bastelräume und ein Kinderspielplatz. Im Gebäude werden auch psycho-soziale Dienste und ein Mutter-Kind-Programm angeboten. Die DAA organisiert zusätzlich in Zusammenarbeit mit dem Kinderspital Zürich die dringend notwendige Weiterbildung in Pädiatrie, die aus dem Lotteriefonds des Kantons Zürich finanziell mitgetragen wird. Damit wird das Kinderspital Arabkir mit seinen medizinischen und sozialen Angeboten für viele Familien zu einem wichtigen Faktor, im Land zu bleiben.

Hintergrund für die finanzielle Unterstützung des Kinderspitals Arabkir in Erewan sind die seit einigen Jahren bestehenden, intensiven Kontakte der Katholischen Kirche im Kanton Zürich zu den orthodoxen Kirchen, im speziellen auch zur armenisch-orthodoxen Kirche. Im September vergangenen Jahres bereiste eine Gruppe von rund einem Dutzend Zürcherinnen und Zürcher mit den drei Pfarrern Shnork Y. Tchekidjian (armenisch-orthodoxe Kirche), Peter Wittwer (reformierte Kirche) und Titus Lenherr (katholische Kirche) sowie Stephan Schwitter, Bereichsleiter Migrantenseelsorge beim Synodalrat, Armenien. Die Reisenden konnten in der Hauptstadt Erewan das Kinderspital und seine Angebote unter Führung der lokalen Verantwortlichen besuchen.

Armenien, das Land am Ararat, ist der älteste christliche Staat der Welt (Staatsreligion seit 301 n. Chr.). Aktuell sind noch immer über 95% der Einwohnerinnen und Einwohner christlicher Konfession. Armenien leidet unter der starken Abwanderung vor allem qualifizierterer Berufsgruppen. Von den heute noch knapp 3 Millionen Einwohnern leben rund die Hälfte in der Hauptstadt Erewan und Vororten. Die Arbeitslosenquote tendiert gegen 30% (bei Jugendlichen gegen 60%), die Armutsquote gegen 40%.

Am 25. April 2015 erinnerte ein Gedenkgottesdienst in der Fraumünsterkirche in Zürich (im Bild Pater Shnork) an den Genozid am armenischen Volk vor 100 Jahren.

Seit Jahrzehnten belastet der Grenzkonflikt um den Berg-Karabach die Beziehungen zwischen Armenien und Aserbaidschan. Die letzten Verhandlungen der Staatspräsidenten beider Länder fanden im Dezember 2015 unter Vermittlung der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) in Bern statt.

 

zuletzt verändert: 19.01.2016 19:36