Merkt ihr es nicht? Das Neue ist da!

Generalvikar Josef Annen macht in seinen Weihnachtsgedanken Mut, auf den Geist Gottes zu vertrauen, der Neues schafft.
Merkt ihr es nicht? Das Neue ist da!

Foto: V.Schwizer

Generalvikar Josef Annen macht in seinen Weihnachtsgedanken Mut, auf den Geist Gottes zu vertrauen, der Neues schafft. 

Um das geht es an Weihnachten. Die Zuversicht wurzelt für Josef Annen in einem Wort des Propheten Jesaja:

„Seht her, nun mache ich etwas Neues.
Schon kommt es zum Vorschein, merkt ihr es nicht?“ (Jesaja 43,19)

In seinem Weihnachtsbrief schreibt der Generalvikar:

„Was der Prophet Jesaja angesagt hat, bricht mit der Geburt Jesu auf. Der Heilige Geist schlägt über Maria sein Zelt auf. Der Geist Gottes, aus dem die ganze Schöpfung geworden ist, der Propheten und Könige bewegt und in die Herzen der Menschen die Sehnsucht nach Liebe, Gerechtigkeit und Frieden gelegt hat, ruht auf Jesus. An Pfingsten kommt er in Jerusalem auf die erste Gemeinde herab und ruft die Kirche ins Leben. Diese Urkraft allen Lebens, der Heilige Geist, bewegt bis heute die Herzen der Menschen, ob sie nun getauft sind oder nicht. So ist es schon mit dem römischen Hauptmann Kornelius geschehen, der noch Heide war. Im Wirken des Apostels Paulus war der Geist stets früher da als der Missionar und öffnete die Herzen der Menschen für das Evangelium. Der Heilige Geist ist mit der Menschwerdung Gottes endgültig bei uns angekommen: in der Geschichte der Völker, im Leben der Kirche, im Herzen aller Menschen. Merkt ihr es nicht?

In dramatischen Zeiten, wie die unsere eine ist, überkommt uns manchmal der Eindruck: Gott hat seine Welt und seine Kirche verlassen. Wie der Prophet Ezechiel sehen wir die Erde von Leichen übersät. Die Bosheit triumphiert. Menschen sind auf der Flucht. Christen werden umgebracht. Die Kirche tut sich schwer. Gerne versteift sie sich auf Theorien und überhört den Schrei des Volkes und die Fragen der Gläubigen. Aber gerade in solchen Zeiten sucht Gott nach Menschen wie Maria. Sie hat sich dem Kommen des Geistes Gottes nicht verschlossen, sie hat ja gesagt und ist zum Tempel Gottes geworden. Selig ist die, die geglaubt hat, dass sich erfüllt, was der Herr ihr sagen liess, sagt Elisabeth zu Maria. Um dieses Vertrauen, dass Gottes Heiliger Geist Neues schafft, geht es an Weihnachten. Das ist unser Glaube, der uns durch den Alltag trägt. Das ist unsere Hoffnung für heute und morgen.

Ich durfte im zu Ende gehenden Jahr im Gebiet des Generalvikariates Zürich-Glarus nicht selten die Erfahrung machen: In der alten Institution unserer Kirche kommt auch Neues zum Vorschein. Nicht wenige Gläubige, Pfarreien und kirchliche Werke erkennen die Zeichen der Zeit und merken, was heute nottut. So danke ich Euch allen – auch im Namen aller Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen im Generalvikariat – für Euren Glauben und Eure Hoffnung. Es erfülle Euch die Freude des Heiligen Geistes! Ich wünsche Euch gnadenreiche Weihnachtstage. Der Segen Gottes begleite Euch ins neue Jahr!“

Generalvikar Josef Annen zu Weihnachten 2014

zuletzt verändert: 23.12.2014 09:47