Maria: Nahe bei Gott und den Menschen

Der Mai ist ein Marienmonat. Typisch katholisch sind Maiandachten und auch heute noch Bittgänge oder Flurprozessionen.
Maria: Nahe bei Gott und den Menschen

Foto: A. Landtwing

Der Höhepunkt dieses Brauchtums ist zeitlich Mitte des 19. bis 20. Jahrhunderts anzusiedeln. Die Anfänge der Marienverehrung reichen jedoch bis ins 2. Jahrhundert zurück. Das wissen alle, die schon in den Priscilla-Katakomben in Rom das erste erhaltene Bildnis von Maria bewundert haben. Im frühen Christentum entbrannte ein heftiger Disput darüber, ob Maria einfach „nur“ die Mutter von Jesus ist oder ob sie als „Gottesmutter“ verehrt werden darf. Das Konzil von Ephesus schuf 431 Klarheit, indem es die Bezeichnung „Gottesgebärerin“ festlegte. Damit war die besondere Stellung von Maria in der christlichen Spiritualität vorgespurt. Die Muttergottes gilt als Sinnbild für Mitgefühl, Fürsorge und Verständnis und erreicht dadurch eine emotionale Schicht der Gläubigen.

Zu uralten Gepflogenheiten zählt, bestimmten Monaten einen religiösen Inhalt zuzuordnen: So sind Mai und Oktober Marienmonate, Juni der Herz-Jesu-Monat, im September stehen die Schutzengel im Vordergrund. Der November gilt als Totenmonat.

Heute wird in vielen Pfarreien noch verbreitet der Brauch der Maiandachten gepflegt. Die vielfältigen Formen der Marienfrömmigkeit haben alle ein Ziel: in Maria die Mütterlichkeit Gottes sichtbar zu machen und die Menschen zu Christus – und damit ins Geheimnis des dreifaltigen Gottes – zu führen. Gerade Maiandachten bieten mit ihren freien liturgischen Formen eine hervorragende Möglichkeit, dass sie als Wortgottesfeiern von Laien gestaltet und geleitet werden können.

Papst Paul VI. stellte Maria als Vorbild dar „weil sie in ihren konkreten Lebensbedingungen vorbehaltlos und verantwortungsbewusst dem Willen Gottes Folge geleistet hat.“ Ob dieser Impuls in unserem Leben schon umgesetzt ist? Oder: Was geschieht in der Kirche, wenn wir es wagen, uns daran zu orientieren?

Wer das Schreiben von Papst Paul VI. von 1974 über die Erneuerung der Marienverehrung im vollen Wortlaut lesen möchte, findet es unter folgendem Link

Und hier ist noch ein virtueller Rundgang durch die Priscilla-Katakomben in Rom zu finden. 

zuletzt verändert: 07.05.2015 16:09