Luis Capilla am Weltkongress der Migrantenseelsorgen

Fast 300 Experten aus 93 Ländern trafen sich kürzlich in Rom zum 7. Weltkongress der Migrantenseelsorgen. Vom Generalvikariat Zürich-Glarus war Msgr. Luis Capilla als bischöflicher Beauftragter für Migrantenseelsorge als einer der wenigen Schweizer mit dabei.
Luis Capilla am Weltkongress der Migrantenseelsorgen

Luis Capilla (links) mit Papst Franziskus. Foto: zvg

Capilla erlebte den Kongress als sehr intensiv, in vielen Arbeitsgruppen wurden zwischen Bischöfen und Laien aus der ganzen Welt Erfahrungen ausgetauscht und Visionen entwickelt.

Die internationale Vatikankonferenz an der päpstlichen Universität Urbaniana in Rom will darauf hinweisen, dass Migration nicht nur Herausforderung bedeutet, sondern insbesondere auch Chancen zu Kulturaustausch und Wissenstransfer beinhaltet. Ein Hauptaugenmerk galt den Transitländern, welche überdurchschnittlich von Flüchtlingsströmen betroffen sind. Das sind Länder wie Italien, Spanien oder Mexiko.

In Verlauf des Kongresses empfing Papst Franziskus die Teilnehmer zu einer Audienz und nahm sich viel Zeit für persönliche Begegnungen. Luis Capilla als Spanier hatte den grossen Vorteil, dass er sich mit Papst Franziskus in dessen Muttersprache Spanisch verständigen konnte. Die Ansprache von Papst Franziskus anlässlich der Audienz vom 21.11.2014 für die Teilnehmer des VII. Weltkongresses der Migrantenseelsorgen ist unter folgendem Link zu finden:

http://press.vatican.va/content/salastampa/es/bollettino/pubblico/2014/11/21/0869/01869.html

Als besonderen Höhepunkt erlebte Luis Capilla ein gut einstündiges Musical von Jugendlichen. „Sie setzten wirkliche Migrantengeschichten aus dem Leben szenisch und musikalisch um. Das war sehr ergreifend“, erzählt Capilla. Eindrücklich blieb ihm auch der abendliche Besuch in den menschenleeren Vatikanischen Museen und der Sixtinischen Kapelle in Erinnerung.

Begleitet wurde der Kongress von einem vielschichtigen und symbolstarken Logo

 gjhgkhghhjgj

Don Luciano Cantini erläuterte den Symbolgehalt folgendermassen (übertragen aus dem Italienischen: Arnold Landtwing)

Das Hintergrundelement zeigt eine Strasse als Symbol für die Reisenden. Die zwei Strassen überschneiden sich leicht und sind verschwommen, weil Reisende nie alleine sind. Mit Migranten reisen auch die Menschen mit, die zu Hause geblieben sind und diejenigen, die sie in Zukunft antreffen werden.

Migranten werden durch eine Familie symbolisiert, die von hinten abgebildet ist. Das Phänomen der Migration ist so tief in der Geschichte der Menschheit verwurzelt, dass man sich ihr nicht verschliessen kann.

Die Familie wirft einen Schatten auf die Strasse: das ist die Zukunft, die sie erwarten und der sie entgegengehen. Dieses Fortschreiten kennt keinen Anfang und kein Ende, es ist ein dauerndes Unterwegssein: Wir sind noch nie aufgebrochen und werden nie endgültig angekommen sein. ("Ich bin wieder da / wo ich nie gewesen war / Nichts, was so überhaupt war, hat sich geändert "- G. Caproni).

Im Hintergrund erhebt sich die Stadt der Menschen, der Ort der Hoffnung, der Perspektive und der Aufnahme. Die Zukunft konkretisiert sich in Zusammenarbeit und in der Entwicklung.

Über allem thront Christus mit ausgebreiteten Armen. Er, der selber als Kleinkind Flüchtling war (Mt 2,13) nimmt die Erfahrung des Auszugs aus Ägypten auf (Mt 4,1-11). In seinem Leben hatte er kein Zuhause, keinen Ort, wo er sein Haupt niederlegen konnte. Aber er selber ist der Weg (Joh 14,16), der in die Strasse der Menschen einmündet und ihnen Sinn gibt.

Ansprache von Papst Franziskus anlässlich der Audienz vom 21.11.2014 für die Teilnehmer des VII. Weltkongresses der Migrantenseelsorgen

zuletzt verändert: 27.11.2014 12:16