Wo Lichter entzündet werden, weicht die Dunkelheit

Es leuchtet ja irgendwie ein: Dunkel ist nicht das Gegenteil von Licht, sondern nur Abwesenheit des Lichtes. Und trotzdem: Wenn es dunkel ist, ist es nicht hell. Und in der Winterzeit ist die Abwesenheit von Licht besonders auffällig, was schon mal gehörig auf das Gemüt schlagen kann.
Wo Lichter entzündet werden, weicht die Dunkelheit

Zwischen Licht und Dunkelheit. Foto: Helen Schläpfer/ZHdK

Daher kommt es nicht von ungefähr, dass die Menschen auf der ganzen Welt der Dunkelheit und dunklen Stimmungen mit Licht begegnen. Oder sich an Lichtgestalten und Lichtwesen orientieren.

Die Adventszeit ist reich an Bräuchen, Festen und Traditionen, die alle ein wenig Licht in den kalten und dunklen Winter bringen wollen. Das Anzünden einer Kerze wird in diesen Tagen auch für Solidaritäts- und Friedenskampagnen genutzt. Zwei Beispiele:

Solidarität mit armutsbetroffenen und einsamen Menschen: 10. Dezember ab 16 Uhr auf der Josefswiese in Zürich

«Eine Million Sterne» als Solidaritätskampagne der Caritas

Jedes Jahr in der Adventszeit bringt die Solidaritätskampagne «Eine Million Sterne» der 15 regionalen Caritas-Organisationen und zahlreichen Projektpartnern die Schweiz zum Leuchten. Wohl nicht ganz zufällig rückt die Kampagne am Tag der Menschenrechte armutsbetroffene und einsame Menschen in der Schweiz ins Zentrum. Dieser Gedenktag zur Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte wird seit 1948 jeweils am 10. Dezember begangen und wurde durch die Generalversammlung der Vereinten Nationen verabschiedet.
Im Rahmen der Kampagne «Eine Million Sterne» zeigen jedes Jahr Tausende ihre Solidarität mit Menschen, die armutsbetroffen und einsam sind. Auf hunderten Plätzen in der ganzen Schweiz erstrahlen tausende Kerzenlichter. Die Kerzen-Illumination inklusive Rahmenprogramm für die ganze Familie findet ab 16 Uhr auf der Josefswiese in Zürich statt.
Friedenslicht erreicht Zürich am Sonntag
Die Idee mit dem Friedenslicht ist 30 Jahre alt und wurde im ORF-Landesstudio Oberösterreich geboren. Das Friedenslicht will alle konfessionellen, kulturellen, sprachlichen und politischen Grenzen sowie alle Altersgrenzen überwinden, Menschen zusammenbringen und so einen Beitrag an eine friedlichere Welt leisten. «So wie die kleine Flamme millionenfach von Kerze zu Kerze, von Hand zu Hand weitergegeben wird, so muss auch der Friede von Mensch zu Mensch wachsen», lautet das Motto des Anlasses ohne kommerziellen Absichten.
Ein ausgewähltes Kind besucht Bethlehem und bringt das Feuer aus der Geburtsgrotte Jesu in einer speziellen Laterne mit dem Flugzeug nach Linz. Von hier wird es dann auf verschiedenen Wegen zu den rund 200 «Friedenslicht»-Stützpunkten in über 30 europäischen Länder sowie nach Übersee gebracht.
Von Bethlehem nach Linz und von dort nach Zürich: Ankunft des Friedenslichts am 10. Dezember am Bürkliplatz in Zürich. Foto: Verein Friedenslicht Schweiz

Den Weg in die Schweiz gefunden hat das Friedenslicht erstmals 1992. Seither wird der multikulturelle, internationale Weihnachtsbrauch ohne Unterbruch in allen Regionen der Schweiz begangen. Nach Zürich gebracht wird das Friedenslicht jeweils mit dem Schiff Arche, das in diesem Jahr um 17 Uhr am Bürkliplatz anlegt. Hier richtet Stadtrat Andreas Türler seine Grussbotschaft an alle Anwesenden, bevor die Lichter weitergegeben und gemeinsam Weihnachtslieder gesungen werden.
zuletzt verändert: 12.12.2016 15:17