Wallfahrt endete in kühler Klosterkirche

Die jährliche Pilgerfahrt der Zürcher Katholiken nach Einsiedeln lockte hunderte Gläubige aus dem Kanton Zürich nach Einsiedeln. Höhepunkt und Zentrum war der Wallfahrtsgottesdienst mit dem Generalvikar in der Klosterkirche.
Wallfahrt endete in kühler Klosterkirche

Zürcher Katholiken: selbstbewusst als pilgerndes Volk Gottes unterwegs

Fotogalerie der Wallfahrt 2015

Über 600 Gläubige aller Generationen nahmen in der Frische des Morgens eine der vielen Pilgerrouten unter die Füsse. Das Motto „Auf vielen Wegen im Glauben gesandt“ begleitete die unterschiedlichen Gruppen. Wanderer bezwangen den Etzel und die Jugendlichen genossen den meditativen Weg über den Chatzenstrick. Kürzer und flacher war der ebene Weg für Familien mit Kindern und Senioren von Trachslau her.

Am Mittag strömten von allen Seiten die Pilger in Einsiedeln zusammen und brachten eine freudige und fröhliche Stimmung ins Klosterdorf. Höhepunkt und Zentrum der vom kantonalen Seelsorgerat organisierten Wallfahrt bildete der Gottesdienst in der erfrischend kühlen Klosterkirche. Mit einem herzlichen Gruss hiess Abt Urban Federer die Zürcher Katholiken willkommen und wünschte ihnen, die kühle Klosterkirche möge das innere Feuer entfachen. Zahlreiche Priester und Diakone, Seelsorger und Seelsorgerinnen sowie gut 60 Ministrantinnen und Ministranten verliehen dem Gottesdienst mit ihrer Präsenz einen besonders eindrücklichen Rahmen.

In seiner Predigt (hier der Text zum Nachlesen) ermunterte Generalvikar Josef Annen, zu entdecken, dass Gott jedem und jeder vielfältige Gaben, Talente und Fähigkeiten mit auf den Weg gegeben hat, um etwas Gutes daraus zu machen. Der Einsatz für Gerechtigkeit, Friede und Bewahren der Schöpfung bis hin zu Klima- und Flüchtlingsfrage könne nur von Menschen geleistet werden, die bereit sind, am Plan Gottes von einer versöhnten Menschheit und einer grossen geeinten Völkerfamilie mitzuarbeiten. „An mir ist es, mit meinen Talenten zu arbeiten, mich nicht egoistisch zu verschliessen, sondern meine ganz persönlichen gaben einzusetzen für eine versöhntere Gesellschaft und eine glaubwürdigere Kirche und Pfarrei“.

Der schlichte und doch festlich gestaltete Gottesdienst war von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mitgestaltet. Ein Ad-Hoc Chor und brausendes Orgelspiel sorgten für einen feierlichen Rahmen. Anschliessend genossen die Wallfahrenden das gemütliche Zusammensein im schattigen Abteihof, wo sie bei Speis und Trank neue körperliche Kräfte tankten. Mit einem Konzert Südamerikanischer Barockmusik klang der Tag im grossen Saal des Klosters aus.

Die diesjährige kantonale Wallfahrt setzte 50 Jahre nach Abschluss des Zweiten Vatikanischen Konzils ein besonderes Zeichen, dass alle Gläubigen als Volk Gottes berufen sind, den Glauben weiterzugeben und in die Welt hineinzutragen.

 

zuletzt verändert: 06.07.2015 13:18