Krippenspiel im Juni dank Dada

"Grosse Soirée" am 31. Mai 1916 in Zürich. Aufgeführt wird das so genannte "bruitistische" Krippenspiel – gespickt mit Geräuschen, die auch lärmig sein können.

Das Spiel stammt von Hugo Ball, dem Begründer der Dada-Bewegung. Er suchte in der Schweiz Zuflucht vor dem 1. Weltkrieg. Die ganze Welt stand damals Kopf. So musste auch sein Krippenspiel, quasi auf dem Kopf stehend, im Sommer aufgeführt werden.

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Rund 100 Jahre später, passend zum Dada-Jubiläum, knüpfen 11 Mitglieder der katholischen Kirchgemeinde Hinwil dort an und führen ihre Version des Krippenspiels auf. Kirchenmusiker und Initiant Martin Hobi: „Ich habe mich schon länger mit der Dada-Szene beschäftigt und bin durch Zufall auf das Krippenspiel gestossen. Hier in Hinwil sind alle offen genug, dies zur Aufführung zu bringen – im Sinne eines Experiments“. Schnell waren Mitspielende gefunden, auch der Gemeindeleiter Markus Steinberg ist als Erzähler involviert.

Die Zuschauer erwartet eine Performance, die auch die Zeit rund um den 1. Weltkrieg beschreibt, die mit Orgelmusik, Worten, Nonsens und Klamauk unterhält. Martin Hobi: „Dada muss immer etwas Unfassbares bleiben. Zu Dada gehört es, dass es umstritten ist, dass es Fragezeichen setzt.“

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Wer sich überraschen lassen mag: Das Krippenspiel von Hugo Ball wird am 10. Juni, um 19.30 Uhr, in der katholischen Kirche Hinwil aufgeführt. Alle sind herzlich willkommen, Eintritt frei, Kollekte.

 

 

 

zuletzt verändert: 16.06.2016 18:13