«Sorge tragen» – der Gedanke trägt

Eine Abstimmungskampagne zu konzipieren ist keine alltägliche Aufgabe.
«Sorge tragen» – der Gedanke trägt

Kampagnen-Plakat im Bahnhof Zürich. Foto: Aschi Rutz

Wir wollten von Daniela und Christian Bretscher, Kampagnenleitung «Nein zur Kirchensteuer-Initiative» wissen, welchen Weg sie eingeschlagen haben, mit welchen Erfahrungen sie konfrontiert worden sind und auf was sie in den letzten Tagen vor der Abstimmung hoffnungsvoll bauen.

Ein nicht ganz alltäglicher Weg

Mit einem einzigen Gedanken zum Ausdruck bringen, weshalb eine Abstimmung abgelehnt werden soll, die sich zwar die «Entlastung des Gewerbes» auf die Fahne schreibt, tatsächlich aber vollkommen andere Ziele verfolgt: diese Aufgabe stellte sich bei der Konzeption der Abstimmungskampagne gegen die Kirchensteuerinitiative. Mit dem Ansatz «Sorge tragen» haben wir dafür einen nicht ganz alltäglichen Weg eingeschlagen. Anders als es in Abstimmungskämpfen üblich ist, wollten wir weder die Vorlage noch ihre Urheber anprangern, sondern die Werte erkennbar machen, die aus theoretisch-ideologischen Motiven leichtfertig aufs Spiel gesetzt werden. Voraussetzung dafür, dass eine solche Strategie funktionieren kann, ist eine breite Abstützung. Im ganzen Kanton muss sichtbar werden, was die Kirchen oft im Verborgenen leisten und dass es klug und sinnvoll ist, dass sie dabei auch von der Wirtschaft unterstützt werden.

Kreative Aktionen, Solidarität und persönliches Engagement

Das Wagnis hat sich gelohnt. Der «Sorge tragen»-Gedanke hat sich seit dem Start der Kampagne weit ausgebreitet. Über 600 Personen haben sich in bis heute dem Abstimmungskomitee angeschlossen. Bald schon 1000 Personen bezeugen ihre Sympathie auf Facebook. Es werden hunderte Plakate und Schilder aufgehängt sowie zu Tausenden Informationsflyer verteilt – und selbst jetzt noch werden wir jeden Tag mit neuen kreativen Aktionen überrascht. Eine solche Welle der Solidarität und des persönlichen Engagements haben wir in 25 Jahren politischer Kampagnenarbeit noch nie erlebt.

Gereizte Initianten mit immer schrägeren Behauptungen

Das registriert auch die Gegenseite. Die Initianten und ihre Gefolgschaft reagieren gereizt: Mit immer schrägeren Argumenten und Behauptungen werden die Bedeutung der Landeskirchen und ihrer Leistungen für unsere Gesellschaft kleingeredet und die Forderungen und Konsequenzen der Initiative verwischt. Das ist für all jene, die sich im Rahmen der «Sorge tragen»-Kampagne zum ersten Mal politisch exponieren, nur schwer zu ertragen, ist aber in einem Abstimmungskampf nicht weiter ungewöhnlich.

Kraft der «Sorge-tragen»-Welle

Lassen wir uns also von irreführenden Slogans und stetig wiederholten Falschaussagen nicht verunsichern! Nutzen wir die Kraft der «Sorge tragen»-Welle und tragen wir sie bis am 18. Mai weiter und weiter, bis sie jede und jeden in unserem Bekanntenkreis erreicht hat!

Mehr zur Kirchensteuer-Initiative siehe:

Informationsblatt/Mai 2014

Blogs «Wussten Sie, dass …»? und «Abstimmungsdebatte: Hart ja, aber bitte ehrlich und fair!»

 

zuletzt verändert: 08.05.2014 14:17