Breit abgestütztes Komitee zur Kirchensteuer-Initiative

An ihrer Medienkonferenz hat das überparteiliche Komitee «Nein zur Kirchensteuer-Initiative» seine Argumente und Kampagne gegen die Volksinitiative «Weniger Steuern fürs Gewerbe» präsentiert.
Breit abgestütztes Komitee zur Kirchensteuer-Initiative

Michel Müller, ref. Kirchenratspräsident, und Generalvikar Josef Annen gaben den Medien Auskunft. FOTO: A. Landtwing

Über diese Vorlage wird am 18. Mai abgestimmt. Michel Müller, Kirchenratspräsident der reformierten Landeskirche und Josef Annen, Generalvikar der katholischen Kirche für die Kantone Zürich und Glarus legten dar, dass die Kirchensteuer der juristischen Personen notwendig ist zur Deckung der Kosten für die Unterstützung von Menschen in Not und in schwierigen Lebenssituationen.

Michel Müller: «Wir pflegen aber auch Kirchen als wertvolle Kulturgüter und bieten in unseren Kirchgemeinden Lokale an, die der ganzen Öffentlichkeit Raum und Heimat bieten.» Der Unterhalt dieser Gebäude sei ein nicht zu unterschätzender Auftrag an das lokale Gewerbe und die Kirchen als Wahrzeichen für den Tourismus ein wertvoller Wirtschaftsfaktor.

Josef Annen: «Zu den Leistungen der Kirchen von gesamtgesellschaftlichem Interesse gehören unter anderen die vielen Missionen, wo anderssprachige Menschen nicht nur eine religiöse, sondern auch eine soziale und kulturelle Beheimatung finden.» Diese Integrationsleistung diene auch der Wirtschaft, die auf viele dieser Menschen angewiesen sei. «Die Kirchen würden auch mit weniger Geld weiter bestehen, manches würde sich aber verändern», meinte Generalvikar Annen weiter. «Das aktuelle System mit der bestmöglichen Kooperation zwischen dem Staat und den Kirchen gibt ihnen aber die Möglichkeit, viel Gutes für die gesamte Gesellschaft zu tun.»

Philipp Kutter, Stadtpräsident von Wädenswil und Kantonsrat, wies darauf hin, dass die Landeskirchen mit ihrem Dienst an der Gemeinschaft wesentlich zur Stabilität unserer Gesellschaft und damit auch zum Erfolg unserer Wirtschaft beitragen würden. Die Abschaffung der Kirchensteuer für juristische Personen würde wertvolle Freiwilligenarbeit in den Gemeinden und Quartieren gefährden und den Unterhalt der kulturhistorisch wertvollen Kirchengebäude in Frage stellen. «Könnten diese Leistungen nicht mehr von den Kirchen erbracht werden, müsste ein grosser Teil von Kanton und Gemeinden übernommen werden. Da diese kaum von der Unterstützung durch Freiwillige profitieren, würden erhebliche Mehrkosten für die Steuerzahlenden resultieren.» Zudem, so Kutter, bedeute das Nein zur Kirchensteuer-Initiative auch ein Bekenntnis zum heutigen, vom Volk beschlossenen System zur Finanzierung der Kirchen und ihrer Leistungen für die Allgemeinheit. Die geltende Kirchenfinanzierung sei das Resultat eines 15-jährigen demokratischen Prozesses.

Wie Regine Sauter, Direktorin der Zürcher Handelskammer, betonte, «wurde und wird dieser Konsens von der Wirtschaft mitgetragen». Sie unterstrich zudem, dass die Kirchensteuer für die Wirtschaft kein Thema sei und die geringe Entlastung durch die Abschaffung der Kirchensteuer für juristische Personen in keinem Verhältnis zum Schaden stehe, den ein Verlust der wichtigen kirchlichen Leistungen anrichten würde. Und weiter: «Die von den Initianten angeführten marktwirtschaftlichen Argumente überzeugen nicht, wenn sie behaupten, dass sich anstelle der kirchlichen leicht andere Träger finden lassen würden und hierfür ein Markt bestehe. Sagen wir es, wie es ist: das Geschäft ist nicht lukrativ.»

Regine Sauter, Direktorin der Zürcher Handelskammer

Für ein überzeugtes Nein aus Sicht der Jugend plädierte Adrian Moser, Co-Präsident des Jugendkomitees und Präsident der Jungen CVP Kanton Zürich. «Viele Jugendorganisationen wie Cevi und Jungwacht Blauring sind auf die Unterstützung ihrer Arbeit durch die Landeskirchen angewiesen.» Darüber hinaus würden die Unternehmen mit ihrer Kirchensteuer sehr wichtige Angebote etwa in der Berufsberatung und der Suizidprävention unterstützen und ermöglichen.

Das Komitee «Nein zur Kirchensteuer-Initiative» zählt aktuell knapp 600 Mitglieder aus Gesellschaft, Wirtschaft, Kirchen und allen grösseren Parteien. Viele weitere Helferinnen und Helfer engagieren sich in den Gemeinden für ein klares NEIN am 18. Mai.

www.kirchensteuerinitiative-nein.ch

 

zuletzt verändert: 01.05.2014 08:46