Katholische Kirche schafft zusätzliche Lehrstellen

Seit vielen Jahren bieten katholische Kirchgemeinden und die Verwaltung der kantonalen Körperschaft Lehrstellen an. Ab Februar (2. Semester Schuljahr 2014/15) sind am Hirschengraben zusätzlich zu den drei bisherigen zwei neue Lehrstellen geschaffen worden. Zusammen mit den 75 katholischen Kirchgemeinden bietet die Katholische Kirche im Kanton Zürich aktuell 21 Lernenden einen Ausbildungsplatz.
Katholische Kirche schafft zusätzliche Lehrstellen

Katholische Kirchgemeinden und Körperschaft bieten rund 20 Lernenden einen Ausbildungsplatz. Foto: Iris Ritter

Kooperation mit dem Berufslehrverbund
Alleine in den Stadtzürcher Kirchgemeinden können im Schuljahr 2014/2015 13 Lernende eine KV- oder Betriebsunterhalts-Lehre absolvieren. Die Kirchgemeinde Zürich-Guthirt hat erst vor ein paar Tagen den Vertrag für eine Lehre Büroassistent EBA für das neue Schuljahr 2015/16 abgeschlossen. Diese Lehrstelle wird von der Kirchgemeinde neu selbständig getragen, nachdem sie bisher Vertragsverhältnisse mit dem Berufslehrverbund Zürich (bvz) eingegangen war. Die Kirchgemeinde Winterthur kooperiert für ihre Lehrstelle mit der Stiftung Chance. Alle anderen Ausbildungsplätze, auch die beiden zusätzlich geschaffenen Lehrstellen bei der kantonalen Körperschaft, werden dem bvz zur Verfügung gestellt, fehlen diesem doch oft die nötigen Einsatzorte.

Eine Lehre bei der katholischen Kirche?
Auf die entsprechende Frage nach Unterschieden zwischen der katholischen Kirche und anderen Betrieben meint Sandra Gerschwiler, Geschäftsführerin der Stiftung bvz: «Die Jugendlichen stehen einer Lehre bei der Kirche zu Beginn eher skeptisch gegenüber. Diese Skepsis zerschlägt sich dann im Laufe ihrer Ausbildung, nachdem sie sich ein eigenes Bild machen konnten.»

Verbundlehre mit dem bvz
Der bvz arbeitet mit rund 150 Partner-Lehrbetrieben in der Stadt und im Kanton Zürich wie auch mit öffentlichen Stellen zusammen. Die Vorteile liegen auf der Hand, ist Sandra Gerschwiler überzeugt: «Die Berufslehre im Verbund zu absolvieren, bietet sowohl für Jugendliche als auch Betriebe eine spannende Alternative und gute Ergänzung in der beruflichen Grundausbildung. Während die Lernenden bei einer herkömmlichen Lehre die gesamte Lehrzeit in einem Betrieb absolvieren, erhalten sie in der Verbundlehre die Gelegenheit, mehrere Betriebe kennenzulernen.» Nach dem Rotationsprinzip würden die Lehrjahre in verschiedenen unabhängigen Unternehmen durchlaufen. Damit sei es auch Betrieben möglich sich in der Berufsbildung zu engagieren, die wegen ihrer Grösse oder Spezialisierung bisher nicht in der Lage waren, eine komplette Lehre anzubieten. «Die Betriebe werden dadurch entlastet, als der bvz sämtliche administrativen und organisatorischen Aufgaben übernimmt. Die Verantwortung für die praktische Ausbildung liegt bei den Betrieben, der bvz trägt die Gesamtverantwortung. Wir verfügen über eine langjährige Erfahrung in der Rekrutierung von Lernenden, der Begleitung und im Coaching der Lernenden während der Ausbildung sowie in der Vorbereitung auf das Qualifikationsverfahren.»

Ausländische Firmen schaffen Lehrstellen für MigrantInnen
Die Katholische Kirche im Kanton Zürich arbeitet schon seit Jahren mit dem bvz zusammen. Mit ihrer 50-Jahr-Jubiläums-Spende von CHF 100‘000 unterstützt die Körperschaft überdies das seit Mitte 2012 laufende bvz-Projekt «Gemeinsam ausbilden» Die Idee: In der Schweiz ansässige ausländische Unternehmen mit Migrationshintergrund sollen unter der Leitung des bvz und in Zusammenarbeit mit dem Ausländerbeirat der Stadt Zürich Lehrstellen anbieten. «Bis heute konnten wir 19 Lehrstellen schaffen», sagt Sandra Gerschwiler und werter dies als Erfolg. Die Projektträger möchten dieses Engagement auch nach Projektende weiterführen und würden bereits heute analysieren, ob und welche Anpassungen dazu nötig seien. Finanziell mitgetragen wird dieses Projekt zusätzlich zur Katholischen Kirche im Kanton Zürich von der Stiftung Arcas Foundation, welche Institutionen und Projekte im Bereich der Integration unterstützt.

bvz in Kürze
Der bvz wurde 1999 gegründet und beschäftigt heute 20 Mitarbeitende, welche rund 150 Partner-Lehrbetriebe koordinieren und gemeinsam über 200 Lernende in 15 Lehrberufen ausbilden. Die Stiftung bietet gewerblich-technische Ausbildungen, kaufmännische Ausbildung sowie Ausbildungen im Bereich Soziales und Gesundheit an.
Die Stiftung finanziert sich zu 80% aus Beiträgen der angeschlossenen Partner-Lehrbetriebe. Die übrigen 20% werden von der öffentlichen Hand und Gönnern/Spendern getragen.
Weitere Informationen zur Verbundlehre für Betriebe, welche mit dem bvz partnerschaftlich die Ausbildungsverantwortung übernehmen möchten: www.berufslehrverbund.ch; 044 278 81 00.

 

zuletzt verändert: 06.03.2015 09:28