Kantonsrat dankt Religionsgemeinschaften

An seiner Sitzung von Ende November hat der Kantonsrat von den Jahresberichten der drei anerkannten christlichen Körperschaften und zweier jüdischer Religionsgemeinschaften einstimmig Kenntnis genommen. Tenor aller Fraktionen: ein grosses Dankeschön für die vielen erbrachten Leistungen im Dienste der Gesellschaft.
Kantonsrat dankt Religionsgemeinschaften

Während der Debatte zu den Jahresberichten im Zürcher Rathaus ebenfalls anwesend: Kirchenratspräsident Michel Müller und Synodalratspräsident Benno Schnüriger (rechts). Foto: Aschi Rutz

Nach knapp einer Stunde lag die Abstimmung vor: Bei einer Enthaltung nahmen 168 Mitglieder des Kantonsrates Kenntnis von den Jahresberichten und der Einhaltung der negativen Zweckbindung der evangelisch-reformierten Landeskirche, der römisch-katholischen Körperschaft und der Christkatholischen Kirchgemeinde sowie von den Jahresberichten der Israelitischen Cultusgemeinde und der Jüdischen Liberalen Gemeinde. Mit dem Nachweis der negativen Zweckbindung zeigen die kirchlichen Körperschaften auf, dass ihre Einnahmen abzüglich der Steuern juristischer Personen und der Kostenbeiträge des Kantons den Aufwand für kultische Zwecke decken oder übersteigen. Konkret: Die öffentlich-rechtlich anerkannten Kirchen erbringen mehr Leistungen von gesamtgesellschaftlicher Bedeutung als ihnen an Kirchensteuern von Firmen und an Geldern des Kantons zufliessen.

Auch wenn die Erklärungen der einzelnen Fraktionen unterschiedliche Akzente setzten, in einer Sache glichen sie sich: Wie die Geschäftsprüfungskommission in ihrem Antrag, wiesen alle Rednerinnen und Redner auf die vielfältigen Angebote der anerkannten Religionsgemeinschaften hin. Sie würden damit einen sehr wertvollen Beitrag für das öffentliche Leben leisten. Dieser tägliche Einsatz im Dienste der Menschen werde zudem mit tausenden Freiwilligen erbracht, was für die Gesellschaft unbezahlbar sei.

Ein grosser Dank durften die anerkannten Religionsgemeinschaften auch von Regierungsrätin Jacqueline Fehr entgegen nehmen: «Wir sind ihnen sehr dankbar für das Engagement, insbesondere für die Flüchtlingsbetreuung, die Integrationsbemühungen und den interreligiösen Dialog. Der religiöse Friede ist nicht selbstverständlich.»

Im Namen der fünf anerkannten Religionsgemeinschaften dankte Kirchenratspräsident Michel Müller seinerseits dem Kantonsrat und der Regierung für deren Dankeschön, Anerkennung und Vertrauen. Mit Blick auf die Unternehmenssteuerreform III meinte Müller: «Die Kirchen sind nach der Stadt Zürich im Kanton am zweitstärksten von dieser Reform betroffen. Die Kirchen werden wohl keine Parole fassen, aber der Bevölkerung die Konsequenzen aufzeigen.»

 

 

zuletzt verändert: 29.11.2016 12:56