«Hotline» für spirituelle Begleitung Sterbender

Schwer kranken und sterbenden Menschen beistehen – das bedeutet «Spiritual Care». Die Kirchen in Winterthur bieten nun einen schnellen und niederschwelligen Zugang zu spiritueller Begleitung an.
«Hotline» für spirituelle Begleitung Sterbender

Foto:Vivian Schwizer

 «Viele Menschen wissen eben nicht mehr, zu welcher Pfarrei sie gehören, haben aber trotzdem das Bedürfnis nach Begleitung in der letzten Phase des Lebens», erklärt Pfarrer Stefan Staubli von der Pfarrei St. Peter und Paul, Winterthur.

Kranke und Sterbende sowie ihre Angehörigen oder auch Freunde können neu unter einer zentralen Telefonnummer einen Seelsorger oder eine Seelsorgerin ihrer Konfession aufbieten – unentgeltlich und ökumenisch. Unter der Telefonnummer 052 224 03 80 oder der Mail-Adresse spiritualcare@kath-winterthur.ch erfolgt der erste Kontakt. Das neue Angebot wird per Flyer in Arztpraxen, Altersheimen und Spitälern bekannt gemacht. Der Flyer ist hier zu finden. 

Der Tod macht sprachlos

Die Seelsorgerin oder der Seelsorger am Wohnort oder auch der zuständige Spitalseel-sorgende wird auf Wunsch aufgeboten. Stefan Staubli: «Spirituelle Begleitung ist eine Ressource, die letzte Lebensphase zu verbessern, so wie gute medizinische Versorgung und menschliche Begleitung. Das spüren viele Menschen.» Viele möchten beten, suchen das Gespräch oder wünschen es, Sakramente wie die Beichte oder die Krankensalbung zu empfangen. «Oft soll ich aber auch das Thema Sterben und Tod aufs Tapet bringen. Vielen fällt es schwer darüber zu sprechen, viele wollen zum Beispiel ihre Kinder nicht belasten. Umgekehrt möchten die Kinder nicht den Eindruck erwecken, die Eltern seien eine Last und sollten besser gehen», fasst Staubli seine Erfahrungen in der «Spiritual Care» zusammen. «Da gehört es zur Begleitung, dieses Thema zur Sprache zu bringen, selbst wenn es einem im wahrsten Sinn des Wortes sprachlos macht.»

www.kath-winterthur.ch

zuletzt verändert: 22.02.2017 08:30