Leitfaden zum Umgang mit hilfesuchenden Personen

Die Caritas Zürich hat ihre Broschüre «Umgang mit Hilfesuchenden in Pfarrei und Kirche» überarbeitet.
Leitfaden zum Umgang mit hilfesuchenden Personen

Caritas-Mitarbeiterin Mäggie Fässler aus dem Bereich Diakonie Foto: V. Schwizer

Sie will damit vor allem Pfarreien, die keine Sozialarbeiterinnen oder Sozialarbeiter angestellt haben, einen Leitfaden in die Hand geben, wie effizient und sinnvoll geholfen werden kann. Mägi Fässler, Projektmitarbeiterin Diakonie bei Caritas Zürich, weiss mehr.

Klar ist: Für den Kontakt mit hilfesuchenden Menschen gibt es kein Patentrezept. Und doch soll die neu überarbeitete Broschüre «Umgang mit Hilfesuchenden in Pfarrei und Kirche» eine konkrete Anleitung mit vielen Tipps sein, wie eine Pfarrei zielorientiert und angemessen unterstützen kann. Laut Sozialarbeiterin Mägi Fässler, die bei der Caritas Zürich als Projektmitarbeiterin Diakonie angestellt ist, geht es dabei um Respekt und Menschenwürde, nicht einfach um Abgabe von Geld oder Gutscheinen.

Wissenswerte Informationen

Die neue Broschüre enthält sowohl einen hilfreichen Leitfaden für ein Abklärungsgespräch mit Ratsuchenden wie viele weitere nützliche Informationen. Mägi Fässler sagt dazu: «Beschrieben werden die verschiedenen Anlaufstellen im Kanton Zürich und die sozialen Projekte der Caritas Zürich». Ziel sei es, dass die Pfarreien wüssten, wie und wo hilfesuchende Personen Unterstützung erhalten könnten. 

Besonders beachtet werden muss laut der Sozialarbeiterin, dass Sozialhilfeempfängerinnen und -empfänger rechtlich verpflichtet sind, zusätzliche Einnahmen wie beispielsweise Beiträge von Kirchen beim Sozialamt zu melden. Aus diesem Grund sei es nicht sinnvoll, wenn Menschen, die Anrecht auf Sozialhilfe haben, von Pfarreien finanziell unterstützt werden. Caritas Zürich empfiehlt den  Pfarreien, Ausnahmen von dieser Regel mit dem Sozialamt abzusprechen. Sinnvoll sei aber auch, wenn hilfesuchende Personen eine geeignete freiwillige Tätigkeit in einer Pfarrei aufnähmen. Dies stärke das Selbstbewusstsein. Zudem gewähre das Sozialamt unterstützten Personen für regelmässige Freiwilligeneinsätze häufig eine Integrationszulage.

Sinnvolle Triage

Der Beratung von Pfarreimitarbeitenden durch Caritas Zürich wird in der Broschüre neu ein eigenes Kapital gewidmet: Pfarreimitarbeitende können sich von Fachpersonen dreier verschiedener Abteilungen beraten lassen. Wenn eine armutsbetroffene Familie um Hilfe ersucht, können Sie den Fachbereich Familie anfragen. Der Fachbereich Schulden hilft bei Fragen zu verschuldeten Personen weiter und auf fahrende Personen ist die Fachstelle Fahrende spezialisiert.  
Mägi Fässler freut sich, dass die Pfarreien dank der neuen Broschüre von Caritas Zürich nun noch besser auf die Bedürfnisse von Hilfesuchenden eingehen können. Gerne erwartet sie  «Rückmeldungen und spannende Fragen aus den Pfarreien».

Viviane Schwizer

Die Broschüre wird anfangs September an alle Pfarreien im Kanton Zürich versandt und kann gratis bestellt werden bei: Caritas Zürich, Diakonie, Beckenhofstrasse 16, Postfach, 8021 Zürich. Ein PDF zum herunterladen gibt es unter www.caritas-zuerich.ch/diakonie

zuletzt verändert: 16.09.2014 09:21