Hilfe für Flüchtlinge – vor Ort und bei uns im Kanton Zürich

An seiner letzten Sitzung in diesem Jahr hat der Synodalrat 30‘000 Franken Nothilfe für kinderreiche Familien in Damaskus bewilligt. Die Gelder werden für Schulbildung, Gesundheit, Kleidung, Nahrung und Heizung eingesetzt. In einer Liegenschaft der Körperschaft ist zudem eine Flüchtlingsfamilie eingezogen.
Hilfe für Flüchtlinge – vor Ort und bei uns im Kanton Zürich

Nothilfe für kinderreiche Familien in Damaskus: Pater Georges Aboud (hinten links) inmitten seiner jugendlichen Scouts. Foto: zvg

Rund vier Jahre dauert nun der Bürgerkrieg in Syrien und lässt ein normales Leben nicht zu. Steigende Preise und harte klimatische Verhältnisse treffen in erster Linie Menschen mit tieferen Einkommen und kinderreiche Familien. Für viele ist die Kirche einer der wenigen Zufluchtsorte. Die melkitisch-griechisch-katholische Pfarrei St. Cyrill in der syrischen Hauptstadt Damaskus hat sich zum Ziel gesetzt, rund einen Drittel der geschätzten dreitausend kinderreichen christlichen Familien zu unterstützen. Sie tut dies mit Kleidung, Nahrung, Strom und Petroleum. Zudem investiert die Pfarrei in die Schulbildung und die medizinische Versorgung.

Die Nothilfe für die Pfarrei St. Cyrill in Damaskus hat den Weg in den Synodalrat über die Pfarrei S. Josef in Horgen gefunden. «Der Entscheid des Synodalrats freut mich sehr, war Pater Georges Aboud doch privat bei mir zu Besuch und keine Spendenaktion geplant», sagt Pfarrer Adrian Lüchinger. Die beiden verbindet eine mehrjährige Freundschaft. «Es hat sich am letzten Wochenende wirklich ein Adventsfenster geöffnet. Die Kirchenpflege hat ebenfalls einen bescheidenen Betrag gesprochen und auch einige Gottesdienstbesucher spendeten spontan Geld. Eine wirklich glückliche Fügung», ist Pfarrer Lüchinger überzeugt.

Geld und Fachstelle für Kirchgemeinden

Der Synodalrat, die Exekutive der Katholischen Kirche im Kanton Zürich, stellt ausserdem den 75 katholischen Kirchgemeinden im Kanton Zürich 50‘000 Franken für innovative Flüchtlingsprojekte zur Verfügung. Er hat im Weiteren eine auf zwei Jahre befristete Fachstelle für Flüchtlinge geschaffen. Diese bei Caritas Zürich angesiedelte Fachstelle wird die bereits bestehenden, vielfältigen kirchlichen Hilfsprojekte im Kanton Zürich koordinieren und den Aufbau von neuen integrativen Angeboten für Flüchtlinge unterstützen. Die Stelleninhaberin, Priska Alldis, nimmt am 4. Januar 2016 ihre Arbeit auf. Sie arbeitete seit 2011 als Integrationsbeauftragte der Stadt Dietikon.

Flüchtlingsfamilie in körperschaftseigener Liegenschaft eingezogen

Der Synodalrat hatte im September die Kirchgemeinden und Pfarreien aufgerufen, den Kanton Zürich bei der Suche nach Wohnraum für Flüchtlinge und bei der Suche nach Pflegefamilien für Minderjährige zu unterstützen. Erste Wohnungen konnten bereit- oder in Aussicht gestellt werden. Auch der Synodalrat machte in der Liegenschaft an der Schienhutgasse in Zürich, wo bis vor einigen Jahren die Weihbischöfe gewohnt haben, Platz für Flüchtlinge. Er stellt erfreut fest, dass Anfang Dezember eine fünfköpfige Kurdenfamilie aus Syrien eingezogen ist. Betreut wird die muslimische Familie von freiwilligen Helfern der Kirchgemeinde Liebfrauen.

zuletzt verändert: 22.12.2015 15:44