Hausarbeiterinnen: versteckt und rechtlos

Die Ausstellung «Keine Hausarbeiterin ist illegal» zeigt das Leben der 40´000 Sans-Papier-Hausarbeiterinnen, die in der Schweiz putzen, hüten und pflegen.
Hausarbeiterinnen: versteckt und rechtlos

Der Stewi mit den Wünschen der Hausarbeiterinnen. Foto: V. Schwizer

Weitgehend unsichtbar sind die 40´000 Sans-Papier-Hausarbeiterinnen, die in der Schweiz putzen, hüten und pflegen. In einer Ausstellung im Offenen St. Jakob am Stauffacher bekommen sie bis zum 7. März 2014 ein Gesicht.

Ein ganz gewöhnlicher Stewi in der Ausstellung «Keine Hausarbeiterin ist illegal» ist zu einem besonderen «Wunschbaum» geworden: Auf den vielen flatternden Küchen- und Frotteetüchern haben Hausarbeiterinnen ohne geregelten Aufenthaltsstatus in der Schweiz ihre Wünsche und Hoffnungen formuliert: «Travailler sans peur», «Meine Eltern wieder sehen», «Meinem Sohn die Universität bezahlen können» oder «Teil dieser Gesellschaft sein», steht etwa auf den Stoffen. Allein im Kanton Zürich soll es laut einer Hochrechnung vom letzten Jahr 8000 Hausarbeiterinnen geben. Damit arbeitet in jedem 17. Privathaushalt eine Migrantin, die rechtlich nicht abgesichert ist. Ihre Situation wird in der Ausstellung weiter auf 16 Plakaten eindrücklich geschildert. Die Symbolbilder, Comics und verfremdeten Fotos, zeigen, wie es sich anfühlen muss, ohne Versicherung, ohne Plastikarte und ohne Aussicht auf Rente versteckt in der Schweiz zu leben.

Öffentlichkeit und Einblick verschaffen

Genaueres über die schwierigen Hintergründe der Hausarbeiterinnen weiss Bea Schwager, Leiterin der Sans-Papiers-Anlaufstelle Zürich (SPAZ). Sie sagt: «Die Erwerbstätigkeit der Hausarbeiterinnen ist geprägt von äusserst prekären Arbeits- und Lebensbedingungen und der omnipräsenten Angst vor einer polizeilichen Ausschaffung aus der Schweiz». Dabei würden die Frauen, die häufig aus Lateinamerika, aber auch aus «Drittstaaten» in Osteuropa stammen, zu unserem Wohlstand und zu unserer Lebensqualität beitragen. Ziel der Kampagne - wovon die Ausstellung ein Teil ist - sei es, den Aufenthalt der arbeitenden Frauen zu legalisieren denn: «Keine Hausarbeiterin ist illegal». Für Bea Schwager ist es unlauter, einerseits von den Hausarbeiterinnen zu profitieren, ihnen aber andererseits Aufenthalts- und Arbeitsbewilligung abzusprechen.

Darum setze sich die Kampagne ein für die Aufwertung der Hausarbeit und die Regularisierung der Erwerbsarbeit von Hausarbeiterinnen ohne geregelten Aufenthaltsstatus. Angestrebt würden aber auch «die Verbesserung der Arbeitsbedingungen und der denunziationsfreie Zugang zu Gerichten und zum sozialen Schutz».

Der Seelsorgerat der Katholischen Kirche im Kanton Zürich - das Beratungsgremium des Generalvikars - setzt sich mit seiner Kommission Diakonie ebenfalls für die Sans-Papiers ein.

Text: Viviane Schwizer

Ausstellung: «Keine Hausarbeiterin ist illegal»

Vom 7. Februar – 7. März 2014 in der Reformierten Kirche Offener St. Jakob, am Stauffacher, 8004 Zürich

zuletzt verändert: 10.02.2014 16:53
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