Frauensynode liefert Energie und viele Fragen

In Aarau haben sich gut dreihundert Frauen einen Tag lag zur ökumenischen Frauensynode getroffen. Neben dem Oberthema Energie gab vor allem die Rolle der Frauen in der Kirche zu reden.
Frauensynode liefert Energie und viele Fragen

400 Frauen im Kulturzentrum Aarau. Foto: Kerstin Lenz

Nach dem Auftakt am Bahnhof Aarau bewegten sich die Frauen aus der ganzen Schweiz zum Kulturzentrum, begleitet von der Stadtmusik Aarau. Hauptrednerin für die Synode war passend zum Thema im Energie-Kanton Aargau Suzanne Thoma, die als CEO mit der BKW Gruppe ein börsenkotiertes Energieunternehmen leitet. Die Chemie-Ingenieurin betonte, wie wichtig es sei, die BKW in die Zukunft zu führen und Fragen zur Nachhaltigkeit zu stellen. „Die Energiefrage stellt Fragen nach dem Lebensstil, nach der heiligen Kuh Verkehr und auch danach, was wir essen.“ Und plädierte darauf, auf Fleisch zu verzichten. Thoma gab an, die BKW ganz klar als und wie eine Frau in einer Männerwelt zu führen: durch dezentralisierte Tochterfirmen, die als Netzwerk funktionieren, und durch viel Kommunikation.

Als sie mitten in ihrem Referat die Teilnehmerinnen mit „Meine Damen und Herren“ ansprach und dies sofort humorvoll mit „Ich bin so ein Publikum nicht gewohnt“ quittierte, hatte Thoma die Sympathien auf ihrer Seite. Angesprochen auf ihren persönlichen Energiehaushalt sagte sie, dass sie schon mit 2-3 Tagen Urlaub auftanken könne und sich jeden Tag einen Moment der Stille leiste.

 „Hilf Dir selbst, so hilft Dir Gott“

Sr. Ingrid Grave trat gewohnt routiniert und pointiert auf. Sie sprach von der nötigen Energiewende und schlug einen Bogen zum Energiehaushalt jedes einzelnen – auch beim Wirken als Frau in der Kirche. „Wir tragen unversiegbare Kraft in uns“, sagte sie. „Wir müssen das Feuer in uns behalten und müssen mittendrin sein, wenn wir etwas verändern möchten. Das geht nur durch Anstrengung und durch Verzicht.“ Die Schwester, die im nächsten Jahr 80 Jahre alt wird, plädierte dafür, dass Frauen sich ihre Talente bewusst machen und ebenso einsetzen, sich aber auch Ruhezeiten gönnen – „auf der Garten- oder auf der Kirchenbank.“

Im anschliessenden Podium, dem „Energie-Gespräch“, stellte Suzanne Thoma die provokative Frage, ob Frauen in der Kirche nicht zu geduldig seien. Sie gab sich überzeugt, dass es erst Änderungen in der Gesellschaft und in der Kirche gäbe, wenn der weibliche Bereich deutlich dominanter auftritt: „Wir können bis ins Mark vorstossen.“

Frölein Da Capo begeisterte

Viel zu lachen lieferte der weibliche „Pausenclown“, das Frölein Da Capo. Mit Keyboard, Gitarre, Trompete und Horn reizte sie zum Lachen, da sie den Alltag der Frauen genau kennt: die gut gefüllte Handtasche, in der nie etwas zu finden ist, oder die uralte Trainerhose des Liebsten, die beim Verbrennen stinkt. Highlight war der Synodensong zum Abschluss des Synoden-Vormittags – auf Kisuaheli.

Den Nachmittag verbrachten die Frauen bei verschiedenen Panels und Workshops. Mit einer eindrücklichen Schlussfeier in der katholischen Kirche St. Peter und Paul, gestaltet von den Frauen selbst, schloss die Frauensynode. Den anschliessenden Apéro offerierte die Katholische Kirche im Kanton Zürich.

Die nächste Synode ist in vier Jahren in Luzern.

www.frauensynode.ch

 

zuletzt verändert: 30.08.2016 09:15