Fragen zur Zeit: 50 Jahre Paulus Akademie

Die Paulus Akademie war und ist die einzige katholische Akademie der Schweiz. Ihre Gründung im Jahr 1966 ist das Resultat einer Welt zugewandten Kirche im Geiste des Zweiten Vatikanischen Konzils und einer selbstbewusst gewordenen katholischen Kirche im Kanton Zürich, wenige Jahre nach ihrer öffentlich-rechtlichen Anerkennung.
Fragen zur Zeit: 50 Jahre Paulus Akademie

Bilder vom 20-Jahr-Jubiläum der Paulus-Akademie in Zürich Witikon. Fotos: zvg

Anlässlich ihres fünfzigjährigen Bestehens ist jetzt eine Festschrift erschienen, die am Beispiel der Paulus Akademie die Auseinandersetzung der katholischen Kirche mit gesellschaftspolitischen, aber auch innerkirchlichen Fragen von der nachkonziliaren Zeit bis heute aufzeigt.

Darüber hinaus veranschaulicht dieses Buch auch die tiefgreifenden Veränderungen des katholi-schen Milieus: War die Paulus Akademie in ihren Anfängen überwiegend auf ein katholisch-kirchliches Publikum ausgerichtet, ist es ihr im Laufe der Jahrzehnte gelungen, mit ihrem Programm auch Menschen anderer Weltanschauung oder Religion anzusprechen, ohne ihr Profil einer kirchlichen Akademie zu verwischen.

Die Festschrift umfasst vier Teile:

•           Im ersten Kapitel analysiert Urban Fink, langjähriger Redaktionsleiter der Schweizerischen Kirchenzeitung und jetziger Geschäftsleiter der Inländischen Mission (IM), die kirchliche Bil-dungslandschaft der Schweiz im 20. Jahrhundert und die Entstehungsgeschichte der Paulus Akademie. Fink hebt die Modernität und Weltoffenheit des Akademie-Konzepts des damali-gen Zürcher Generalvikars und Mentors der Paulus Akademie, Alfred Teobaldi, im Vergleich zu anderen kirchlichen Vorhaben der Erwachsenenbildung hervor.

•           Rolf Weibel, Publizist, führt dem Lesenden im zweiten Kapitel ein Panorama wichtiger Zeit- und Gesellschaftsfragen der letzten fünfzig Jahre vor Augen, die die Paulus Akademie durch Tagungen, Abend- und Seminarveranstaltungen aufgriff. Als offener Ort des Diskurses oder „moderner Areopag“, wie Weibel die Paulus Akademie bezeichnet, konnte sie sich nachhaltig Renommee verschaffen.

•           Wie soll sich die Akademie für das nächste Dezennium aufstellen? Stephan Leimgruber, emeritierter Professor für Religionspädagogik an der Universität München und geistlicher Begleiter der Theologiestudierenden in Luzern, will im vierten Kapitel angesichts der aktuellen Migrationsthematik und der ungebrochenen Säkularisierung eine neue Akzentsetzung zur Diskussion stellen. Nicht zuletzt legt er der Paulus Akademie die Areopagrede ihres Na-mensgebers, des Völkerapostels Paulus, als „sinnstiftendes Vermächtnis“ ans Herz. 

•           Die Festschrift spricht aber nicht nur von und über die Akademie, sondern lässt auch aus-senstehende Personen zu Wort kommen, deren Funktion oder Interessengebiet eine Nähe zu den fünf Fachbereichen der Akademie aufweist. Abt Urban Federer, alt Nationalrätin Hildegard Fässler, Co-Geschäftsleiterin Insieme Schweiz Heidi Lauper, Publizist und ehemaliger Direktor Avenir Suisse Gerhard Schwarz und Gerd Folkers, Collegium Helveticum, äussern sich humorvoll oder ernst, lobend oder kritisch zur Paulus Akademie.

Das Buch ist im TVZ-Verlag erschienen und für CHF 29.80 bei der Paulus Akademie oder direkt über den TVZ-Verlag zu bestellen: www.tvz-verlag.ch

zuletzt verändert: 29.09.2016 11:28
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