"Nochmal leben vor dem Tod" zeigt eindrückliche Fotos

Heiner Schmitz sah den Fleck auf der Kernspin-Aufnahme seines Gehirns. Er begriff sofort, dass ihm nicht mehr viel Zeit blieb.
"Nochmal leben vor dem Tod" zeigt eindrückliche Fotos

Heiner Schmitz, 52 Jahre, *26. 11. 1951, + 14.12. 2003

Schmitz ist ein wortgewaltiger Schnelldenker, nicht ohne Tiefgang. Er arbeitet in der Werbebranche. Da sind alle gut drauf. Normalerweise.

So beginnt der Text zu den Fotos oben, die Heiner Schmitz vor und nach seinem Tod zeigen. Die Ausstellung „Nochmal leben vor dem Tod“ zeigt nun diese grossformatigen Bilder von Heiner Schmitz – und 25 weiteren portraitierten Personen. Sie geben kurz vor ihrem Lebensende Auskunft über Hoffnungen und Wünschen rund um das Sterben.

Die Begegnung mit dem Tod bewegt uns. Doch kaum etwas geschieht heute so verborgen wie das Sterben. Herausgelöst aus Familienleben und Alltag gehört es zu den letzten Tabus in unserer Gesellschaft. Gelegenheiten, etwas über das Sterben zu erfahren, sind selten geworden. „Es ist Aufgabe der Kirche, die Angst vor dem Sterben zu nehmen“, sagt die Synodalrätin Vera Newec, zuständig für die katholische Spital- und Klinikseelsorge. „Die Idee ist: Indem wir über den Tod reden, die Sterbenszeit und die Leidenszeit thematisieren, integrieren wir den Tod ins unser Leben und enttabuisieren ihn so.“

Ausstellung eröffnet am 8. Oktober

Der Verein palliative zh+sh und die katholische Kirche mit ihrer Spital- und Klinikseelsorge laden ein zur aktiven Auseinandersetzung mit der Endlichkeit des Lebens, zum Nachdenken über die Bedingungen für ein erfülltes Leben, über Wünsche und Bedürfnisse am Lebensende. Die Ausstellung «Noch mal leben vor dem Tod» wird während sechs Wochen im Oktober und November 2016 (Eröffnung 8. Oktober) in der Limmat Hall Zürich (Hardturmstrasse 122, Eintritt 10 CHF) gezeigt. Die Ausstellung begleitet ein umfangreiches Rahmenprogramm (Übersicht hier), Seelsorgende sind täglich für Gespräche vor Ort oder berichten über ihre Begegnungen mit sterbenden Menschen. Auch für Gruppen aus Pfarreien und Kirchgemeinden wie zum Beispiel Firmanden oder Senioren/Seniorinnen können Führungen gebucht werden. (Informationen und Anmeldung an info@pallnetz.ch )

Hoffnungen am Lebensende

Der Fotograf Walter Schels und die Journalistin Beate Lakotta baten unheilbar Kranke, sie in ihren letzten Tagen und Wochen begleiten zu dürfen. Die Ausstellung berichtet von den Erfahrungen, Ängsten und Hoffnungen der Sterbenden und lässt sie noch einmal zu Wort kommen. Alle waren einverstanden, sich kurz vor und unmittelbar nach dem Tod porträtieren zu lassen. Über ein Jahr arbeiteten Walter Schels und Beate Lakotta für dieses Projekt in Hospizen in Berlin und Hamburg.

 

zuletzt verändert: 29.08.2016 13:58