FASSbare Kirche am Bahnhof in Rüschlikon

Kaum waren bei Nebel und Kälte am 8. Dezember die Stufen zum Fass montiert, näherten sich schon neugierig erste Besucher.
FASSbare Kirche am Bahnhof in Rüschlikon

Fotos Screenshots Zürichsee-Zeitung

Am Bahnhof Rüschlikon stand ein Anhänger mit einem grossen Fass, über dem ein kleiner Turm mit Glocke und Kreuz thront. Die Neugierde wich schnell dem Interesse und in den kommenden vier Stunden war Pfarrer Josip Knežević keinen Moment mehr allein. Er war immer bei einem Becher heissem Tee im Gespräch, währenddem draussen bereits nächste Gäste warteten.

„Ein rundum gelungener Auftakt“ zieht Pfarrer Knežević  nach 21 Gesprächen ein Fazit. Und hat der Öffentlichkeit gezeigt, dass die Kirche von heute offen da hingeht, wo die Menschen sindm, in diesem Fall an den Bahnhof – und sich vor keiner Diskussion scheut.

Ein Journalist war auch unter den Besuchern und berichtete in einem Artikel sowie einem Video darüber:

http://www.zsz.ch/21202357

Die Idee, mit einem Fass als Kirche zu den Menschen zu gehen, lieferte der griechische Philosoph Diogenes, der in einem Fass lebte. Ebenfalls mit einem Fass will das Projekt FASSbare Kirche die Blicke und damit die Aufmerksamkeit der Passanten auf sich lenken und auch kritische oder distanzierte Menschen zum Gespräch einladen: „Eingeladen sind kirchenferne Menschen, die durch keine Pforte der Barmherzigkeit gehen werden – aber vielleicht durch die kleine Pforte unserer FASSbaren Kirche, um dort ein gutes Gespräch zu führen. Dies kann zur Erfahrung werden, dass ein Priester da ist und Zeit hat zum Reden, zum Philosophieren - und auf Wunsch auch zum Beten. Ich will zeigen, dass mir auch die Menschen wichtig sind, die anders denken“ umreisst Knežević sein Engagement. Er hat ein grosses Fass gekauft, das als FASSbare Kirche an einem Tag im Monat mit einem Anhänger an einem öffentlichen Ort für vier Stunden aufgestellt wird. Das Läuten der kleinen Glocke auf dem Turm kündigt an, dass die Kirche für die Menschen da ist.

Im Jahr der Barmherzigkeit geht die FASSbare Kirche besonders auf die Menschen zu, speziell auf die Distanzierten und Enttäuschten. Vor der FASSbaren Kirche hängt ein Plakat:

Sie haben Seins- und Sinn-Fragen?

Ich höre zu, denke und philosophiere mit Ihnen darüber!

Sie wollen den Kropf leeren und Frust loswerden?

Ich höre Ihnen zu!

Sie sind traurig?
ich bin für Sie da!

Sie haben ein schlechtes Gewissen oder Schuldgefühle?

Ich bringe Ihnen die Barmherzigkeit des Erlöstseins! 

Sie brauchen einen Rat?

Ich gebe ihn Ihnen nach bestem Wissen und Gewissen!

Sie sorgen sich um Ihre Liebe, Lebende oder Verstorbene?

Ich bete mit Ihnen!

Kommen Sie herein!

Die vielen Gespräche und Begegnungen geben Pfarrer Knežević recht: Wo die Kirche offen da hingeht, wo die Menschen sind, wird das Motto des Heiligen Jahres konkret. Das zeigen die ermutigenden Erfahrungen, die er gemacht hat.

Fassbare Kirche

Foto: Josip Knežević

Die FASSbare Kirche ist bis im kommenden Sommer hinein unterwegs – und kann auch ausgeliehen werden. Mehr zu Fahrplan und Organisation:

www.zh.kath.ch

zuletzt verändert: 15.12.2015 13:34