Was reimt sich in unserer Zeit auf Barmherzigkeit?

Die Fasnacht hält Einzug – auch in Gottesdiensten. Thomas Hartmann, Pfarreileiter in Heilig Chrüz Oberrieden hielt eine humorvolle Fasnachts-Predigt in Reimen, in diesem Jahr zum Thema Barmherzigkeit.
Was reimt sich in unserer Zeit auf Barmherzigkeit?

Thomas Hartmann trat schon im vergangenen Jahr mit Perücke vor die Gemeinde. Foto: Viviane Schwizer

Seit 17 Jahren spitzt der Pfarreibeauftragte der Pfarrei Heilig Chrüz Oberrieden, Thomas Hartmann, zur Fasnachtszeit seinen Griffel, um die sonntägliche Predigt in Reime zu giessen. Dabei richtet er den Inhalt thematisch am Evangelium des Tages aus und dieses Jahr besonders auch am Jahr der Barmherzigkeit. Ein erstes Echo aus dem Gottesdienst im Altersheim lautete, die diesjährige Predigt sei aber „brav“ gewesen – oder, wie der Seelsorger selber mit einem Augenzwinkern meint „durch und durch barmherzig“. Wer die Predigt herunterladen will, findet sie am Ende des Beitrags als Dokument.

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Hier ein Auszug, der sich dem Fastentuch „Werke der Barmherzigkeit“ widmet.

Die sieben „Werke der Barmherzigkeiten“

dieses Tuch hier vorne wird uns begleiten

durch das von Papst Franz ausgerufene Jahr,

wir wollen es beherzigen, das ist doch klar:

 

Jesus ist stets in unserer Mitte,

wenn wir tun, was nach bekannter Sitte –

denn Werke sind des Christen oberste Pflicht,

nur so bringt er ins Leben „Heil und Licht“.

 

Jesus schaut uns hier sehr fragend an,

denn er weiss, was jeder kann,

aber leider versäumen wir sehr oft,

was Jesus sich von uns erhofft.

 

Das Bild von Sieger Köder hier vorn lädt uns ein,

täglich ein „Täter der Liebe“ zu sein.

Ja – niemals dürfen wir heutzutage vergessen,

wir Christen werden an unseren Taten gemessen.

 

Etwas weniger in die Ferne verreisen –

dafür Brot teilen und Hungrige speisen,

weniger an sich selber denken –

dafür Wasser schöpfen und Durstige tränken,

Kranke besuchen oder sie gar pflegen,

solches Tun wird wahrlich zum Segen;

 

Flüchtlingen und Fremden öffnen die eigene Tür –

das ist von den Werken wohl heute die Kür;

so wie Bischof Martin sein Gewand zerteilen,

so lassen sich Nackte heute noch heilen.

 

Gefangene besuchen und trotz ihrer Verbrechen

für sie da sein und ihnen Mut zusprechen –

ist genauso wichtig wie Tote bestatten,

egal welch ein Leben sie auf Erden hatten.

 

Neben diesen leiblichen Werken der Barmherzigkeit,

die unseren Glauben erweisen in unserer Zeit,

gibt es auch noch die „geistigen Werke“

die gelten in der Kirche als besondere Stärke!

 

Unwissende lehren ist eine Geistes-Tat,

Zweifelnde suchen unseren Rat,

Trauernde brauchen Trost und Kraft,

Sünder einen Beistand, der es schafft,

sie liebevoll auf den rechten Weg zu führen,

damit sie Gottes Güte auch spüren;

Lästige mit viel Geduld ertragen,

mit unseren Beleidigern sogar Versöhnung wagen,

für Lebende und Verstorbene ein Gebet aufsagen.

zuletzt verändert: 08.02.2016 11:14