Facing Hell

Zürcherin gewinnt Maturapreis für Religion über die Hölle
Facing Hell

Preisträgerin Béatrice Rupf befasste sich in ihrer Maturaarbeit mit Höllenvorstellungen. Foto zvg

Wie die Hölle aussehen muss und was sich dort abspielt, davon haben die meisten Menschen eine lebhafte Vorstellung; obwohl, eine ausführliche Beschreibung dazu fehlt in der Bibel. Davon inspirieren liess sich die Maturandin des Literargymnasiums Rämibühl, Béatrice Rupf. In ihrer Maturaarbeit «Facing Hell – from ancient times to present day» geht sie den Höllenvorstellungen in Geschichte und Gegenwart anhand der Werke von Dante Alighieri und William Blake nach. Mit dem Resultat überzeugte sie die vierköpfige Jury der Theologischen Hochschule Chur, die jährlich den Maturapreis für Religion vergibt: «Die Arbeit besticht durch eine kundige Einordnung der […] Protagonisten und gewandte Einschätzung der […] unterschiedlichen Perspektiven auf das Höllenmotiv», so die Jury in ihrer Begründung. Über die Verleihung des ersten Preises mit einem Betrag von 500 Franken freut sich die Siegerin: Dies zeige, dass die Werke von Dante und Blake «auch heute noch die Menschen bewege» und die Frage, wohin wir nach dem Tode gehen, nach wie vor relevant sei.

Mit der zweiten prämierten Maturaarbeit zeichnet die Jury eine weitere Zürcherin aus: Annemarie Hüsgen von der Kantonsschule Zürich Nord mit dem Thema «Hartker - Gregor. Das Benediktsoffizium im Hartker Antiphonar»; eine erstmalige wissenschaftliche Untersuchung der mittelalterlichen Handschrift Hartker-Antiphonar. Der dritte Preis geht an Lars Göldi aus dem Kanton St. Gallen mit dem Thema «Orant et laborantne? Die Einflüsse der Magisterregel auf die Benedictusregel».

Anerkennung für gelungene Arbeiten

Insgesamt hat die Jury 14 thematisch breit gestreute Maturaarbeiten bewertet; darunter eine zur politischen Verantwortung von Kunst oder eine weitere zur Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils. Der Maturapreis für Religion richtet sich an Maturanden aus den Diözesen St. Gallen und Chur und wird seit 2010 vergeben. In Frage kommen Arbeiten, die einen Bezug zu religiösen, kirchlichen, theologischen oder ethischen Fragen haben – egal in welchem Fach sie geschrieben wurden. Für Professor Dr. Hanspeter Schmitt von der TH Chur stellt der Preis nicht zuletzt eine öffentliche Anerkennung für junge Leute dar, die eine «sehr gut gelungene Arbeit» auf die Beine gestellt haben.

Preisverleihung

Die Preise werden am Montag, 18. November 2013, beim Dies Academicus der Theologischen Hochschule Chur vergeben. Den Festvortrag hält Dr. Lea Ackermann, Ordensschwester und Leiterin von «Solidarity with women in distress» zum Thema «WARE FRAU – Frauenschicksale und die Verantwortung von Politik, Kirche und Gesellschaft». Ab 18.15 Uhr, Aula, Theologische Hochschule Chur.

www.thchur.ch

zuletzt verändert: 10.10.2013 11:05