Abschlussarbeiten im Bereich Ethik ausgezeichnet

An Claudia Mehl und Renato Stampa ist in der Synodensitzung der Ethikpreis der Katholischen Kirche im Kanton Zürich verliehen worden.
Abschlussarbeiten im Bereich Ethik ausgezeichnet

(v.l.n.r.) Synodalrat Luzius Huber, Susanne Brauer (Paulus Akademie), Renato Stampa, Claudia, Mehl, Prof. Roberto Bondolfi. Foto: Kerstin Lenz

Mit dem Ethikpreis werden Abschlussarbeiten ausgezeichnet, die sich auf pragmatische Art mit ethischen Fragen beschäftigen.

Für seine Arbeit «Ethik zwischen Theorie und Praxis. Überlegungen zur Implementierung ethischer Reflexion insbesondere in sozialen Organisationen» (Fachhochschule Nordwestschweiz, Olten) erhielt Renato Stampa 5000 Franken Preisgeld. Professor Alberto Bondolfi, Mitglied der katholischen Ethikkommssion, gab zwar zu, dass das Thema eher trocken und nicht besonders «sexy» sei, lobte aber die «Aktualität und Originalität» der Arbeit. Stampa befasst sich damit, wie Institutionen Fragen der Ethik in ihrem Handeln und Sein implementieren können und sollen und überprüft dies auch anhand der Analyse von Curaviva (Dachverband der sozialen Einrichtungen und Heime) sowie dem katholischen Hilfswerk Caritas.  

Die Arbeit der zweiten Preisträgerin und reformierten Pfarrerin Claudia Mehl kam aufgrund ihres klaren Bezugs zur Praxis zur Prämierung. Claudia Mehls Master-Arbeit am Ethik-Zentrum der Universität Zürich mit dem Titel «Kindeswohl vor den Möglichkeiten der hochspezialisierten Medizin. theologisch-ethische Reflexion» bezieht sich auf das Kinder- und Erwachsenenschutzrecht von 2013 und beleuchtet den darin festgelegten Umstand, dass Eltern von minderjährigen, nicht urteilsfähigen Kindern medizinische Entscheide im Sinne des «Kindeswohls» treffen dürfen. Susanne Brauer, Studienleiterin der Paulus-Akademie, lobte die klare, theologische Argumentation der Arbeit, die sich an einer kindgerechten Ethik im Umfeld der hochspezialisierten Medizin orientiert, d. h. der "kranke Mensch wird nicht allein gelassen in seiner Freiheit sondern bedarf der fürsorglichen Liebe".

Die Arbeit von Claudia Mehl wurde mit 3000 Franken prämiert.

Jahresberichte 2014 abgenommen
Zudem genehmigten die Synodalen an der Sitzung die Jahresberichte der Personalombudsstelle, der Rekurskommission und der Katholischen Kirche im Kanton Zürich.

Die Anfragen um Rat und Unterstützung bei der Ombudsstelle nahmen gegenüber dem Vorjahr mit 103 Gesuchen um 40% zu. Diese Entwicklung zeigt, wie wichtig die Arbeit der beiden unabhängigen Ombudspersonen auch künftig ist. Aber auch, dass immer mehr Auseinandersetzungen auf organisatorischer, struktureller und zwischenmenschlicher Ebene nicht bilateral gelöst werden können. Bei der Abnahme des Jahresberichts der Rekurskommission war für die meisten Synodalen neu, dass zwischen Synodalrat und Judikative in der Einschätzung und Wahrnehmung der Aufsichtsaufgabe unterschiedliche Auffassungen bestehen. Zum Jahresbericht der Katholischen Kirche im Kanton Zürich meinte der Präsident der Geschäftsprüfungskommission, Hanspeter Kündig, dass dieser detailliert und eindrücklich das wichtige soziale Engagement der Zürcher Kirche verdeutliche. Für dieses habe sich der grosse Einsatz im Abstimmungskampf zur Kirchensteuerinitiative gelohnt.

Die Synodensitzung wird am 25. Juni 2015 im Zürcher Rathaus weitergeführt. Dannzumal stehen noch die folgenden Geschäfte auf der Traktandenliste:

  • Ökumenische Paarberatung und Mediation im Kanton Zürich
  • Motion zur parlamentarischen Behandlung der regelmässigen zweckgebundenen Subventionen
  • Fragestunde


Interessierte auf der Zuschauertribüne im Rathaus.

Volle Zuschauertribüne im Rathaus.

zuletzt verändert: 19.06.2015 09:56