Ergebnisse zur Umfrage der Bischöfe

Mehr als 23 000 Menschen in der Schweiz haben die pastoralen Fragen zu Ehe und Familie beantwortet.
Ergebnisse zur Umfrage der Bischöfe

Foto: bischoefe.ch

Die Bischofskonzferenz hat heute die Medien zu den Ergebnissen der Umfrage informiert.

Seit Silvester 2013 um Mitternacht ist die Umfrage nicht mehr online verfügbar. Trotzdem bekommt das SPI (Schweizerisches Pastoralsoziologische Institut, St. Gallen) jeden Tag noch per Post Umfragebögen, sodass mittlerweile 25‘000 Antworten eingetroffen sind. Die Beteiligung an der Umfrage hat alle Beteiligten von Bischofskonferenz und dem auswertenden Institut überrascht, ist sie gerade auch im internationalen Vergleich aussergewöhnlich hoch. Das Interesse an religiösen und kirchlichen Fragen ist gross und die Möglichkeit, sich dazu zu äussern wird dankbar angenommen. Die Auswertung zeigt, dass vor allem Gläubige geantwortet haben, denen eine hohe Verbindung mit Kirche wichtig ist. Kurz: wer mitgemacht hat, ist sehr oft auch in Pfarrei, Kirchgemeinde, kirchlichen Gruppen oder Verbänden engagiert. Kirche bedeutet Heimat und der Glaube hat persönliche Bedeutung.

Dies lässt sich aus drei Punkten ablesen:

  • Eine kirchliche Heirat wird als wichtig eingestuft.
  • Die Wichtigkeit einer christlichen Erziehung der Kinder erreicht den höchsten Zustimmungswert aller Fragen.
  • Aus Deutschschweizer Kantonen wie ZH, LU, SG, in denen kirchliche Medien wie Pfarrblätter die Umfrage thematisiert haben, sind zahlreiche Rückmeldungen eingegangen.

 

Fast in allen Punkten bildet das Bistum St. Gallen statistisch gesehen den schweizerischen Durchschnitt ab.

Als zentrale Anliegen lassen sich folgende Punkte herauslesen:

  • Die kirchliche Anerkennung und Segnung von neuen Partnerschaften nach einer Scheidung wird mit überwältigender Deutlichkeit gewünscht. Überraschenderweise stimmt die ältere Generation am Klarsten zu. Dies mag auf der Lebenserfahrung beruhen, dass Krisen und Scheitern zum Leben dazugehören, währenddem Partnerschaft, Ehe und Treue bei jungen Menschen (noch) idealisiert gesehen werden und hohen Wert geniessen.
  • Eine ebenso klare Befürwortung wie Ablehnung erfährt die Frage nach Anerkennung und Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften. Obwohl eine zahlenmässige Mehrheit dafür ist, besteht in dieser Frage kein Konsens. Die jüngere Generation setzt sich jedoch verstärkt dafür ein, dass gleichgeschlechtliche Partnerschaften kirchlich anerkannt und gesegnet werden.

Als Grundeinsicht darf festgehalten werden, dass quer durch alle demografischen Kriterien grosse Übereinstimmung besteht. Die Generationen sind sich einig, es gibt kaum nennenswerte Abweichungen.

Papst Franziskus hat gefragt – die Basis hat geantwortet und vertrauensvoll ihre Lebensumstände dargelegt. Die Bischofssynode im Herbst steht vor der Herausforderung, diesen Vertrauensvorschuss als Zeichen der Zeit wahrzunehmen. Und dann nicht nur mit Worten, sondern auch mit Taten Signale zu setzen, dass die Kirche nah am Leben ist. Wenn dies geschieht, gewinnt die Kirche: nämlich an Glaubwürdigkeit und Bedeutung.

Hier sind die Ergebnisse detaillierter zu finden.

zuletzt verändert: 04.02.2014 13:00