Eine warme Mahlzeit für Menschen im Krieg

Europa macht die Grenzen dicht. Hinter den neuen Grenzzäunen bleiben Menschen im Kriegsgebiet zurück. Als eine der wenigen Institutionen leistet der Jesuitische Flüchtlingsdienst vor Ort Hilfe. Die Katholische Kirche im Kanton Zürich unterstützt deren Nothilfeprojekt «Kitchen in Damascus» mit 150‘000 Franken. Dieses Geld garantiert 3‘500 kriegs-betroffenen Personen während eines guten Vierteljahres täglich eine warme Mahlzeit.
Eine warme Mahlzeit für Menschen im Krieg

«Kitchen in Damascus» - Eine warme Mahlzeit täglich im Kriegsgebiet. Foto: Archiv Jesuitenmission

Der Bürgerkrieg in Syrien dauert nun schon fünf Jahre und ein baldiges Ende ist nicht absehbar. Im Gegenteil: Gegen die Hälfte der Bevölkerung ist aus ihrer vertrauten Umgebung geflüchtet und Europa macht die Grenzen dicht. Jene Menschen, die im Land verbleiben (müssen), leben zum grössten Teil in grosser Armut und können sich aufgrund stark gestiegener Preise selbst lebensnotwendige Güter kaum noch leisten. Eine der wenigen Institutionen, die vor Ort Nothilfe anbieten und nachhaltige Projekte aufbauen, ist der Jesuit Refugee Service (JRS).

Täglich eine warme Mahlzeit
JRS erachtet den Zugang zu Nahrung aktuell als vorrangiges Problem. Die Jesuiten versorgen seit 2013 in Sahnaya rund 5‘000 Menschen mit warmen Mahlzeiten. Nachdem das Projekt der lokalen Gemeinschaft in Sahnaya übergeben werden konnte, startete JRS im Februar dieses Jahres das Nothilfe-Projekt «Kitchen in Damascus» mit dem Ziel, 3‘500 kriegsbetroffene Personen zu versorgen.

Mann der Jesuiten vor Ort
Verantwortlicher Leiter des JRS für den Mittleren Osten und Nordafrika ist Pater Nawras Sammour. Er, selbst in Syrien geboren, organisiert die humanitäre Hilfe in Syrien, insbesondere in den Städten Damaskus und Aleppo. Für seine Verdienste erhielt er – zusammen mit Wael Suleiman, Direktor der Caritas Jordanien – 2014 den «Prix Caritas».

Über 700'000 Franken Nothilfe in drei Jahren
Die Katholische Kirche im Kanton Zürich unterstützt die Kriegsregion im Nahen Osten seit einigen Jahren. Bereits 2013 flossen insgesamt 230‘000 Franken an Nothilfe-Projekte für Syrien, weitere 220‘000 Franken an Soforthilfe wurden 2014 für den Nordirak gesprochen. Im Dezember 2015 nahm die Synode einen zusätzlichen Betrag in der Höhe von 100‘000 Franken für Opfer des Syrienkrieges in den Voranschlag 2016 auf. Der Synodalrat hat diesen Auftrag der Synode nun mit dem Projekt «Kitchen in Damascus» konkretisiert. M
it 50‘000 Franken hat dieses Projekt auch der katholische Stadtverband unterstützt, der bereits früher JRS 10'000 Franken an Soforthilfe überwiesen hat. Weitere 100'000 Franken hat der Stadtverband vor kurzem Caritas Schweiz für die Flüchtlingshilfe vor Ort in Syrien, Jordanien, Irak überwiesen.

www.jrs-schweiz.ch

Zeitschrift jesuitenweltweit (Gespräch mit Pater Nawras Sammour zu Syrien auf Seiten 8-9)

Caritas Schweiz

zuletzt verändert: 15.03.2016 11:14