Ein Geist - Eine Taufe - gegenseitige Anerkennung

Am Ostermontag wurde mit der Ausweitung der Taufanerkennung in Riva San Vitale ein wichtiges Zeichen der Einheit in der Schweizer Ökumene gesetzt.
Ein Geist  - Eine Taufe - gegenseitige Anerkennung

Ein Säugling wird getauft. Foto: Chr. Murer

Damit kommen die Kirchen der Selbstverpflichtung der Charta Oecumenica nach, welche sie im Jahr 2005 unterzeichnet haben. Das Erarbeiten der gegenseitigen Taufanerkennung hat ausgedehnte theologische Arbeit bedeutet und viel zum gegenseitigen Verständnis beigetragen. Die Kirchen werden diesen 1973 begonnenen Prozess der Verständigung und Anerkennung fortführen und vertiefen. Insofern ist dieser Festakt der Ausweitung der Taufanerkennung ein Meilenstein, keineswegs jedoch ein Schlusspunkt.

Riva San Vitale als Ort bewusst gewählt

Am Prozess des Erarbeitens waren auch die orthodoxen Kirchen in der Schweiz beteiligt. Ihnen ist es im jetzigen Zeitpunkt mit Rücksicht auf ihre Mutterkirche nicht möglich, das Dokument auch zu unterzeichnen. Begrüsst wird das Dokument auch von der Heilsarmee und dem Bund der Baptisten.

Der Ort für die feierliche Unterzeichnung war bewusst gewählt. Das Baptisterium in Riva San Vitale, eine freistehende Taufkapelle, stammt aus dem 5. Jahrhundert. Es ist der älteste christliche Bau der Schweiz. Die verschiedenen Taufbecken in diesem Baptisterium erzählen von unterschiedlichen Tauftraditionen, die sich im Verlauf der Jahrhunderte entwickelt und verändert haben.

Bapstierium Riva San Vitale. Foto: A. Michael

Zur feierlichen Unterzeichnung sagte die Präsidentin der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in der Schweiz AGCK, Pfarrerin Rita Famos: „Damit drücken die Kirchen aus, dass sie zu einer Gemeinschaft in der einen Kirche Gottes verbunden sind. Dies ist ein starkes Bekenntnis zur Einheit der Kirche und ein deutliches Zeichen an die Welt, dass sie das Evangelium gemeinsam in Wort und tat verkündigen wollen.“

Das Dokument wurde unterzeichnet von Bischof Charles Morerod (Schweizer Bischofskonferenz), Pfarrer Gottfried Locher (Schweizerischer Evangelischer Kirchenbund), Bischof Harald Rein (Christkatholische Kirche Schweiz), Elisabeth Benn (Bund der Evangelisch-Lutherischen Kirche in der Schweiz und im FL), Peter M. Potter, Archdeacon der Church of England (Church of England Archdeaconry of Switzerland) sowie Bischof Patrick Streiff (Evangelisch-methodistische Kirche in der Schweiz).

http://www.agck.ch/de/

zuletzt verändert: 22.04.2014 08:53