Das Heilige Jahr der Barmherzigkeit

Papst Franziskus zeigt, wo es langgeht: Beinahe täglich setzt er unermüdlich neue Meilensteine. Das ausserordentliche Heilige Jahr der Barmherzigkeit ist einer davon, beginnt am 8. Dezember 2015 und endet am 20. November 2016 mit dem Christkönigssonntag.
Das Heilige Jahr der Barmherzigkeit

Kirche Liebfrauen in Zürich.Fotos: Arnold Landtwing

Die katholische Kirche im Kanton Zürich zeigt Flagge und setzt Zeichen in der Öffentlichkeit: Vielerorts wird an Kirchtürmen eine Fahne mit dem Motto „Barmherzig wie der Vater“ wehen.

Auf Initiative der Zürcher Dekane konnten die Pfarreien eine eigens konzipierte Kirchturmfahne bestellen. Eine weitere Ergänzung ist ein Fastentuch mit dem Bild des Künstlers Sieger Köder „Werke der Barmherzigkeit“.

 

Die Dekane mit der Fahne

Herausforderung: Leitmotiv mit Inhalten füllen

Doch mit schönen Fahnen am Kirchturm ist es nicht getan. Wir alle, persönlich wie auch als Pfarreien und Kirchgemeinden sind herausgefordert, das Leitmotiv „Barmherzig wie der Vater“ mit Inhalt zu füllen: Gefordert, öffentlich zu werden, mutig zu handeln und Stellung zu beziehen.

Barmherzigkeit ist in Wald nicht eine Frage des Heiligen Jahres: Die Not der Menschen braucht kein Motto, sondern konkrete Taten, zum Beispiel für Flüchtlinge. Deshalb sind die katholische, die evangelisch-reformierte und die evangelisch-methodistische Kirche zusammen mit der Chrischona-Gemeinde in ökumenischem Geist auf die politische Gemeinde zugegangen. Diakon Markus Schenkel: „Im Namen der vier Kirchen haben wir mit der politischen Gemeinde das Gespräch gesucht und gefragt: Wo können wir als Kirchen konkret etwas für Flüchtlinge tun?“ Im Gespräch und in Zusammenarbeit mit der politischen Gemeinde verteilten die vier Kirchen im Dorf einen Flyer, in dem sie gemeinsam die Bevölkerung von Wald um Unterstützung bitten bei der Suche nach Wohnraum, Mobiliar und Alltagshilfen. „Die Rückmeldungen haben uns sehr überrascht“, freut sich Schenkel, „ wir durften bereits eine grosse Anzahl Hilfsangebote der politischen Gemeinde weiterleiten. Es reicht von der Immobilie bis hin zur Mithilfe bei alltäglichen Dingen.“

Eine „Sack- und Asche- Wallfahrt nach Einsiedeln“ führt die Pfarrei Wädenswil am Aschermittwoch nach Einsiedeln. Begleitet wird sie von einem Abfall-Entsorgungs-Fahrzeug. Diakon Felix Zgraggen will dazu anregen, sich Gedanken darüber zu machen, welchen Seelenabfall oder Betriebsmüll im eigenen Innern wir entsorgen müssen.

Einen Zugang zur Barmherzigkeit über die Kunst sucht die Missione cattolica di lingua italiana. Sie organisiert eine italienisch-deutsche Konferenz zur Darstellung der Barmherzigkeit in der biblischen Kunst und in der mittelalterlichen Bildsprache.

Die FASSbare Kirche in Rüschlikon-Thalwil wartet nicht, bis sich Menschen aufmachen und den Weg zur Kirche suchen. Sie fährt mit einem grossen Fass dorthin, wo die Menschen sind: an den Bahnhof, auf den Parkplatz oder unterwegs. Ein Seelsorger hat Zeit für Begegnungen und Gespräche am kleinen Tisch im Fass.

Vier kleine Beispiele von vielen. Sie zeigen: Das Heilige Jahr wird kein ruhiges, gewohntes. Es sorgt hoffentlich für heilsame und barmherzige Unruhe in Kirche und Welt, denn das Motto „Barmherzig wie der Vater“ hat verschiedene Dimensionen. Vor allem stellt es mehr Fragen, als es Antworten bietet.

Im Dossier auf unserer Homepage finden sich Ideen und Projekte von verschiedenen Seiten, die zum konkreten Tun anregen können. Eine Sammlung von Links bietet verschiedene Impulse und weiterführende Informationen.

  • www.zhkath.ch Auf unserer Homepage werden wir uns immer wieder mit dem Heiligen Jahr beschäftigen. Was bedeutet Barmherzigkeit für Sie? Was machen Sie in Ihrer Pfarrei? Erzählen Sie uns davon: per Mail (info@zhkath.ch), am Telefon (044 266 12 69) oder über Facebook (www.facebook.com/zhkath)

 

  • www.heiligesjahr.ch Homepage des Klosters Einsiedeln zum Heiligen Jahr. Hier steht auch eine Heilige Pforte.

 

 

 

zuletzt verändert: 08.12.2015 13:19
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