Das ewige Licht leuchte ihnen

Anfangs November tauchen hunderte von Kerzen in den dunklen Abendstunden die Friedhöfe in stimmungsvolles Licht.

 Es sind Lichter, die auf den frisch gepflegten und geschmückten Gräbern brennen. Die beiden Feste von Allerheiligen und Allerseelen sind noch tief verwurzelt, auch wenn deren Bedeutung zunehmend ineinander zerfliesst.

Bereits im 9. Jahrhundert hat Papst Gregor IV. festgelegt, dass am 1. November ein  Sammelfest für alle Heiligen gefeiert werden soll. Mit diesem Hochfest gedenkt die Kirche zunächst all der offiziell von der Kirche heiliggesprochenen und damit zur Ehre der Altäre erhobenen Frauen und Männer. Heilige sind Menschen, die dem Glauben an Christus einen besonderen Platz in ihrem Leben gegeben haben und ein spezielles Zeugnis als Bekenner abgelegt haben.

Aber nicht nur! Mutter Theresa hat Heilige umschrieben als Menschen, die es Gott erlauben, sein Leben in uns zu leben. Aus diesem Grund gilt das Gedenken an Allerheiligen auch all den Frauen und Männern, die ihren Glauben im Alltag still und unspektakulär gelebt und das Christentum konsequent verwirklicht haben. Oder anders gesagt: Allerheiligen ist ein fest im Gedenken an all die Menschen, um deren Heiligkeit niemand weiss als Gott.

Insofern erinnert Allerheiligen im eigentlichen Kern an Ostern und daran, dass Glaubende nach ihrem Tod das Lebensziel bei Gott erreicht haben.

Genau hier knüpft das Fest Allerseelen an. Seit dem Jahr 998 wird mit Fürbitte und Eucharistiefeier dafür gebetet, dass die Verstorbenen ihre Vollendung in Gott finden mögen. Auf Allerseelen hin schmücken Angehörige die Gräber ihrer Verstorbenen mit winterfestem grünem Flor, Blumen und einer brennenden Kerze. Vielerorts führt auch noch eine feierliche Prozession mit einer Segnung der Gräber über den Friedhof.

So setzen mitten in der dunklen und kalten Jahreszeit, in der die Natur an die Vergänglichkeit erinnert, die beiden Feste von Allerheiligen und Allerseelen einen Gegenpunkt, indem sie mit dem Glauben an das ewige Leben erinnern.

„Jetzt sind wir Kinder Gottes. Aber was wir sein werden, ist noch nicht offenbar geworden. Wir wissen, dass wir ihm ähnlich sein werden, wenn er offenbar wird; denn wir werden ihn sehen, wie er ist. Jeder, der dies von ihm erhofft, heiligt sich, so wie ER heilig ist.“ (1 Joh 3,2-3 – 2. Lesung von Allerheiligen)

zuletzt verändert: 30.10.2015 11:50