Pfarrei-Initiative in Chur

Über 500 SympathisantInnen vor dem bischöflichen Schloss
 Pfarrei-Initiative in Chur

Doppelleben aufgeben: Unterzeichnende und SympathisantInnen der Pfarrei-Initiative (Fotos André Brugger)

Solidaritäts-Wallfahrt mit über 500 SympathisantInnen
Am Sonntag übergaben rund 40 Seelsorgende der Pfarrei-Initiative ihre Antwortschreiben Generalvikar Martin Grichting. Bischof Vitus Huonder hatte von ihnen eine Erklärung verlangt. Die Priester und LaientheologInnen wurden von über 500 besorgten Katholikinnen und Katholiken – unter ihnen viele aus dem Kanton Zürich – begleitet. In der überfüllten Churer Kathedrale fand ein feierlicher Vespergottesdienst statt.

Mitgebracht, was in Pfarreien bewährte Praxis ist
Das Grusswort an den Bischof hielt Monika Schmid, Pfarreibeauftragte in Illnau-Effretikon: «Sie, Herr Bischof, haben Ihre Gründe, heute abwesend zu sein. Sie haben andere Prioritäten. Wir wollen uns nicht überschätzen, aber wir glauben, dass allein schon die Tatsache, dass so viele Seelsorge-Verantwortliche und noch viel mehr besorgte Katholikinnen und Katholiken, die Tausende andere repräsentieren, hier anwesend sind, Ihre Prioritäten in Frage stellen. Denn wir sind überzeugt, dass es das Amt eines Bischofs ist, Brückenbauer zu sein. Vor Ihnen stehen Menschen, denen die Seelsorge in unserer Kirche und ihr Kirche-Sein nicht gleichgültig ist. Gemeinsam haben wir all das mitgebracht, was in unseren Pfarreien selbstverständliche und bewährte Praxis geworden ist, ohne diese die Seelsorge in den Pfarreien zunehmen verkümmert und Menschen in ihrer Not, Menschen mit ihren Fragen allein gelassen werden. … Ich schliesse mit dem Gebot der Einheit der Kirche, an das uns der Bischof in seinem Info-Mail erinnert hat: Ut unum sint. Wer die Dinge nüchtern betrachtet und nicht den Teufel an die Wand malen will, der weiss, dass unsere Pfarrei-Initiative auch nicht im Entferntesten das Zeug zu einer Kirchenspaltung hat, sonst wäre sie längst eingetreten, weil wir ja nur öffentlich benennen, was längst Praxis ist.»

Treue gegenüber der Frohen Botschaft Jesu Christi
In ihrer Medienmitteilung sprachen die InitiantInnen von diesem Anlass «als eine wirkliche Wallfahrt. Durch die gemeinsame Besinnung und das Gebet soll deutlich werden, dass den Unterzeichnenden ihr Christ-Sein in der katholischen Kirche wichtig ist, dass sie ihren Dienst verstehen als gelebte menschenfreundliche Praxis in der Nachfolge von Jesus Christus, so wie es im Initiativtext heisst: ‚Was uns antreibt ist die Treue und der Gehorsam gegenüber der Frohen Botschaft Jesu Christi und seiner Kirche.‘» Auf Grund dieses Selbstverständnisses würden Seelsorgende mit der Pfarrei-Initiative solidarisch ansprechen, was heute bewährte Praxis sei.

 

Einheit der Weltkirche wahren
Generalvikar Grichting versprach den Anwesenden, die Briefe an Bischof Huonder weiter zu geben. Er sei klar der Meinung, dass die Unterzeichnenden der Pfarrei-Initiative ein Problem mit der Universalkirche und nicht mit dem Churer Bischof hätten.
In seinem Communiqué bedankt sich Bischof Huonder «bei allen Personen, die seinen Brief vom 13. Dezember 2012 bezüglich der "Pfarrei-Initiative" beantwortet haben oder auf dem Postweg noch antworten werden. Er wird alle an ihn gerichteten Gedanken und Erklärungen studieren. Bis über das weitere Vorgehen entschieden ist, verzichtet der Bischof von Chur weiterhin auf Personalentscheide bezüglich aller Personen, welche die Initiative unterstützen.» Die "Selbstverständlichkeiten", die der Initiativ-Text nenne, würden sich gegen wesentliche Elemente des katholischen Glaubens richten, die auf der ganzen Welt gälten und vom Lehramt vorgegeben seien, so Bischof Huonder. Um dies im Detail aufzuzeigen, stelle er allen Unterzeichnern entsprechende universalkirchliche Aussagen mittels eines Sticks in elektronischer Form zur Verfügung – ebenso den Medien, in denen meist nur berichtet werde, was die Initiative möchte, ohne dass erklärt werde, was eigentlich die Lehre der Kirche dazu sage. Zudem sei ihm ein Anliegen, «in diesen Tagen eng verbunden zu sein mit den Bischöfen von Basel und St. Gallen». Es sei ihm wichtig, «dass sich die Bischöfe nicht auseinanderdividieren lassen, sondern gemeinsam die Einheit mit dem Papst und der Weltkirche wahren».

www.pfarrei-initiative.ch/

Communiqué des Bischofs
Positionen der Weltkirche

zuletzt verändert: 13.08.2013 16:53