Christen rücken im Gebet zusammen

Katholische, reformierte und rumänisch-orthodoxe Christen setzen ein starkes Zeichen: erstmals feiern sie gemeinsam ein ökumenisches Gebet in der Gebetswoche für die Einheit der Christen.
Christen rücken im Gebet zusammen

Orthodoxe Liturgie in St. Katharina. Foto: zvg

Die drei Konfessionen haben „einen Weg gefunden, Glauben gemeinsam zu bekennen, ohne die Verschiedenheit wegzudiskutieren“, sagt Pfarradministrator Wojciech Szczepanski von der katholischen Pfarrei St. Katharina. Das gemeinsame ökumenische Gebet zeugt vom guten Miteinander verschiedener Konfessionen im Affoltermer Stadtgebiet. Diese ökumenische Zusammenarbeit ist über Jahrzehnte herangewachsen. Dazu gehören nebst Gottesdiensten auch der Einsatz für Notleidende, Besprechungen oder gemeinsame Ausflüge. Ökumene wird im Alltag vieler Familien selbstverständlich gelebt. „Es kann eine Einheit in Verschiedenheit ebenso geben wie die Verschiedenheit in der Einheit“, ist Szczepanski überzeugt. So hat die Pfarrei zum Patronatsfest eine Ikone der Heiligen Katharina von Alexandrien geschenkt bekommen.

Seit bald 15 Jahren ist die rumänisch-orthodoxe Pfarrei St. Nikolaus in der Pfarrei St. Katharina beheimatet. Die Krypta und Räume des Pfarreizentrums stehen ihr zur Verfügung. Wer zu spät zum Gottesdienst kommt, muss sich immer öfter mit einem  Stehplatz vor der Krypta begnügen. Aus diesem Grund ist die rumänisch-orthodoxe Pfarrei auf der Suche nach einer grösseren Kirche, in der sie genügend Platz findet und sich entfalten kann.

Es lohnt sich, vor einem Gottesdient einen Blick in die Krypta zu werfen, denn nur schon die zahlreichen Ikonen zeigen auf, wie anders die orthodoxe Liturgie ist. Was zunächst fremd scheint, ist aber auch interessant und macht neugierig. Ikonenmalkurse oder ein Stand mit rumänischen Spezialitäten beim Viel-Völker-Fest vertiefen immer wieder ein Zusammenwachsen. Einzig eine gemeinsame Liturgie ist derzeit aus verschiedenen theologischen Gründen noch nicht möglich.

Eine grosse Ikone, der Altar und das Evangeliar symbolisieren beim gemeinsamen ökumenischen Gebet die drei Konfessionen und die Chöre der drei Gemeinden gestalten den musikalischen Rahmen. Pfarradministrator Wojciech Szczepanski lädt alle zur Teilnahme an diesem Gebet ein und wertet es als „grosse Chance, denn: Gebete verändern und wandeln.“ Im Blick auf konfessionsverbindende Ehen stellt er fest: „Dadurch, dass wir zusammen auftreten, ermutigen wir Christinnen Christen, ihren Glauben als sichtbares Zeichen für alle zu sehen.“

Ökumenisches Gebet zur Eröffnung der Gebetswoche für die Einheit der Christen: Kirche St. Katharina Zürich, Sonntag, 17.01.2016 um 10 Uhr. Anschliessend Apéro

Die Gebetswoche für die Einheit der Christen wird weltweit begangen und dauert vom 18. bis 25. Januar und steht unter dem Motto „Berufen, die grossen Taten des Herrn zu verkünden“ (vgl. 1 Petrus 2,9). Für 2016 haben Christen aus verschiedenen Kirchen in Lettland die Texte erarbeitet. 

 

zuletzt verändert: 18.01.2016 09:26