Auszeit vom Alltag

10 Jahre Haus der Stille Rheinau
Auszeit vom Alltag

Oberin Schwester Maria Andrea mit Synodalrat Rolf Bezjak an der 10-Jahr-Feier vom Haus der Stille Rheinau. Foto: Anja Troelenberg

„Wir wollen sie …. an unserem Leben teilhaben lassen“. (1 Thess 2,8) Seit 10 Jahren leben die Schwestern der Spirituellen Weggemeinschaft im Haus der Stille auf der Klosterinsel Rheinau nach diesem Leitsatz.

Und an diesem Leben teilhaben, wollen viele Menschen. Das Haus der Stille mit insgesamt 20 Zimmern ist gut besucht. Mehr als 2500 Übernachtungen haben die Schwestern im letzten Jahr gezählt. „Wir mussten noch nie Werbung machen für unser Angebot. Es spricht sich herum. Die Menschen kommen von überall her, “ erzählt Schwester Maria Paula, eine der sechs Schwestern, die mit ihren Gästen in Rheinau leben. Viele Gäste bleiben eine Woche oder sogar mehrere Monate, andere kehren regelmässig zurück und werden so zu Freunden. „Wir merken, dass die seelische Not und Einsamkeit der Menschen zunimmt. Der Glaube, die Suche nach Orientierung und einem zu Hause sind für alle ein Thema,“ führt die Schwester weiter aus. Orientierung bietet das Haus der Stille mit festen Gebetszeiten und den gemeinsamen Mahlzeiten. Das Frühstück wird in der Stille eingenommen. Beim Mittagessen gibt es Raum für Gespräche. Laut Schwester Maria Andrea, der Oberin der Gemeinschaft, seien das Dasein, zuhören, der Austausch im Gespräch und natürlich das Gebet die Aufgabe der Weggemeinschaft. „Wir sind nicht `professionell`“, stellt Schwester Maria Paula klar. „Wir versuchen das zu leben, was wir sind.“ Dazu gehört, dass Gäste, die zunehmend auch über lange Zeit im Haus der Stille leben, mit bei den täglichen praktischen Arbeiten helfen – in Haus, Küche und Garten.

 

Tagesgäste kommen zum Beten und zum Essen

Zu den Dauergästen gesellen sich Tagesgäste (mehr als 800 im Jahr 2012), die an Gebeten und Mahlzeiten teilnehmen. Besonders beliebt ist das Mittagsgebet von 11 bis 12 Uhr. Für dieses können im Haus der Stille Anliegen deponiert werden, für die die Gemeinschaft dann betet. Freiwillige aus Rheinau und Umgebung kommen ebenfalls regelmässig und nehmen am klösterlichen Leben teil. Es gibt keine festen Preise für Mahlzeiten und Übernachtungen im Haus der Stille. Jeder gibt, was er kann und möchte.Am 3. März feierte die WEggemeinschaft das 10-Jahr-Jubiläume mit einem Festgottesdienst mit geladenen Gästen.

Jährlich unterstützt die katholische Körperschaft das Haus mit rund 126 000 Franken. Ein Verein ist Träger des Klosters. Unter der Führung vom damaligen Bischof Peter Henrici gab es schon früh die Idee, wieder klösterliches Leben auf die Insel Rheinau zu bringen – in neuer Form und im besten ökumenischen Sinn.

www.spirituelle-weggemeinschaft.ch

zuletzt verändert: 04.03.2013 16:29