Aschermittwoch: Zeit für einen Seelenputz!

Wer zu Hause mal den Putzschrank öffnet und schaut, was da alles so drinsteht, wundert sich: Für alles Mögliche und Unmögliche gibt es spezielle Putzmittel. Jedes verspricht, das Beste zu sein, den Boden oder Abwaschtrog noch sauberer zu machen.
Aschermittwoch: Zeit für einen Seelenputz!

FOTO: Arnold Landtwing

Ein Blick auf die Zusammensetzung ist in vielen Fällen kaum verständlich. Oft ist der Saubermacher sogar in eine Giftklasse eingestuft. Grossmutters Putzkasten hat noch anders ausgesehen – und trotzdem damals nicht so viele spezielle Mittel angeboten wurde, war alles sauber.

Asche als Reinigungsmittel

Zum Beispiel hat sie damals ganz einfach Seife gebraucht. Seife wurde zum Hauptteil aus Asche und Fett hergestellt. Moment mal: sind nicht genau Asche und Fett doch eher dazu geeignet, sich schmutzig oder fettig zu machen?

Asche hat seit uralten Zeiten für die Menschen eine besondere Bedeutung: Einerseits erinnert uns Asche daran, dass alles vergänglich ist. Menschen, die einen Fehler bereuten und dies auch in der Öffentlichkeit zu erkennen geben wollten, streuten sich in alten Zeiten Asche auf den Kopf und zogen ein raues Gewand an. Und dann hatte die Asche eine rein praktische Bedeutung: Mit Fett zu Seife vermengt, diente sie als wirksames Mittel zum Reinigen.

Aschermittwoch

Der Brauch, am Aschermittwoch Asche aufs Haupt zu streuen, hat sich bis heute in der Liturgie symbolstark erhalten. Am Aschermittwoch ist die Fasnacht zu Ende, wir schminken uns wieder ab. Es ist der Beginn der 40-tägigen Fastenzeit, mit der wir uns auf Ostern vorbereiten. Im Gottesdienst streut der Priester in Form eines Kreuzes ein wenig Asche auf den Kopf oder er zeichnet ein Aschekreuz auf die Stirn mit den Worten: „Bedenke, Mensch, dass du Staub bist und wieder zum Staub zurückkehren wirst“ oder: „Bekehrt euch und glaubt an das Evangelium“.

 

http://youtu.be/KHZ4NdAVWn0

Als Beginn dieser Vorbereitung auf Ostern wollen wir auch unser Herz und unsere Seele in Ordnung bringen und auch da wieder einmal einen tüchtigen „Putz“ vornehmen. So ist der Aschermittwoch der Tag, an dem wir einen Zwischenhalt einlegen, um innezuhalten, uns zu besinnen und danach einen neuen Weg zu suchen und hoffentlich auch zu gehen.

zuletzt verändert: 17.02.2015 13:27