10 Jahre KulturLegi

Soziales Engagement der Caritas im Kanton Zürich
10 Jahre KulturLegi

Auch der Eintritt zu Sportanlässen ist ermässigt. Foto: U. Siegenthaler

Dazugehören möchten alle. Doch für viele liegt dies finanziell nicht drin. Weil sie sich das gesellschaftliche Leben – Kultur, Sport und Bildung – nicht leisten können. Nach den neusten Zahlen betrifft das rund 15 Prozent der Schweizer Bevölkerung. Mit der KulturLegi von Caritas - dem katholischen Sozialwerk -  erhalten sie neue Perspektiven.

Mitte August veröffentlichte das Bundesamt für Statistik (BFS) die neusten Zahlen zur Armut in der Schweiz: 7,6 Prozent der Bevölkerung sind von Armut betroffen, 15 Prozent sind armutsgefährdet. Was die Statistik nicht zeigt, sind die Menschen hinter den Zahlen. Was heisst es, zu den „von Armut betroffenen“ zu gehören? Es heisst, mit weniger als 2200 Franken pro Monat leben zu müssen – der politisch definierten Armutsgrenze für eine Einzelperson in der Schweiz. Dieser Betrag muss reichen für den allgemeinen Lebensunterhalt (Nahrungsmittel, Kleidung, Hygiene, Mobilität, Kommunikation und so weiter) sowie für die Wohnkosten und Versicherungen (ausgenommen Krankenkasse). Übrig bleibt meist nichts – ausser Schulden. Dies zeigt die Ende Mai veröffentlichte Haushaltbudgeterhebung des BFS.

Am Rand der Gesellschaft

In unserer Gesellschaft gehört es dazu, sich etwas leisten zu können. Wer seine Freunde trifft, tut dies meist bei einem guten Essen daheim oder im Restaurant, geht mit ihnen ins Kino oder macht gemeinsam Sport. Genau das liegt kaum drin, wenn man zu den 15 Prozent armutsgefährdeten Menschen gehört. Viele schämen sich für ihre Situation und haben Angst, die Anerkennung ihrer Freunde zu verlieren. Sie bleiben alleine zuhause – am Rand der Gesellschaft.

Dabei sein, auch mit wenig Geld

Damit auch Menschen mit knappem Budget dabei sein können, bietet Caritas seit zehn Jahren die KulturLegi an. Wer armutsgefährdet ist, erhält sie nach Überprüfung der Berechtigungskriterien: Eine rote Karte, die 30 bis 70 Prozent Rabatt gewährt auf über 1400 Angebote in den Bereichen Kultur, Sport und Bildung. Damit liegen der Eintritt ins Alpamare, ein Kurs bei der Migros-Klubschule oder der Besuch im Theater plötzlich wieder drin. Für die 45 000 Personen, die momentan eine KulturLegi besitzen, eröffnen sich neue Perspektiven. Eine alleinerziehende Mutter erzählt: „Ich habe selber erfahren, wie es ist, wenig Geld zu haben. Für mich ist es wichtig, am kulturellen Leben teilhaben zu können. Die KulturLegi ermöglicht es mir, diese Angebote wieder zu nutzen. Zudem hat sie mich wieder ein Stück weit mit der Gesellschaft versöhnt: Es gibt doch Menschen, die sich für Benachteiligte einsetzen.“

KulturLegi ab Oktober auch in Basel

Wer wenig Geld hat, ist sozial isoliert. Um diesen Menschen neue Perspektiven zu geben, braucht es Anstrengungen der gesamten Gesellschaft, wie Marianne Hochuli, Leiterin Grundlagen bei Caritas Schweiz, erklärt: „Für ein funktionierendes Zusammenleben aller sozialer Schichten ist es wichtig, dass wir Begegnungsmöglichkeiten schaffen. Es muss ein Austausch stattfinden: Integration ist ein Prozess, der auf Gegenseitigkeit beruht. Nur gemeinsam können wir Veränderung bewirken.“ Die KulturLegi trägt wesentlich dazu bei, dass ein solcher Austausch stattfinden kann. Sie wird von Caritas in den Kantonen Aargau, Bern, Luzern, Solothurn, Waadt, Zürich sowie in den Regionen Chur, Freiburg und Zentralschweiz angeboten. Im Oktober 2013 sollen auch Basel-Stadt und Basel-Land dazu kommen.

www.caritas-zuerich.ch

zuletzt verändert: 09.10.2013 10:47